| Die Mission des Meisters |
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„Ein Gurmukh ist jemand, der in sich (nach dem Licht Gottes) forscht. Die Mission des Meisters ist, die Wahrheit in uns aufzuzeigen und uns die Wahrheit bewusst erkennen zu lassen.“ Kirpal Singh Wer mehr Verantwortung trägt, hat größere Angst vor den Konsequenzen (seines Handelns). Der Gurmukh würde gern sein Leben opfern, wenn es darum geht, schlimme Folgen für die Mission seines Meisters zu beseitigen. * * Da er im Dienst für seinen Meister äußerst wach ist, haben Missgeschicke, Sorgen und Nöte keinen Zugang zur Mission seines Meisters. Ein geborgter Diener hat keinen anderen Wunsch, als den Wünschen seines Meisters zu gehorchen; seine ganze Aufmerksamkeit wird mit jedem Tag stärker und energiegeladener. Während der Zeit seiner Entwicklung musste er durch viele gedankliche Hindernisse hindurch, und sein Meister gab ihm die nötige Hilfe dazu. Nun sind die heiligen Füße seines Meisters seine Hauptstütze. In liebevoller Erinnerung singt er voll Liebe zum Lob seines Meisters. Dadurch wird er von all seinen Schwächen rein gewaschen. Seine Liebe und Hingabe ließen ihn immer unter dem barmherzigen Schutz seines Meisters wohnen. * Es gibt drei Arten von Menschen: a) Solche, die das nachahmen, was andere tun. Wenn sie sehen, dass andere etwas tun, tun sie auch etwas. Wenn die anderen nichts tun, hören sie ebenfalls damit auf. b) Andere wiederum gibt es, die lange hin und her überlegen, dass sie etwas tun wollen, doch sie setzen es nicht in die Praxis um. Ihre Entwicklung verzögert sich dadurch, dass sie nichts tun. c) Es gibt wieder andere, die sich entschieden haben, etwas zu tun und es dann dementsprechend ausführen. Solche Menschen werden bewusste Mitarbeiter am göttlichen Plan. * Durch die Gnade Gottes wird die Entwicklung der Mission solchen Menschen anvertraut. Sie erhalten Hilfe und viele Möglichkeiten durch ihre Unerschütterlichkeit in ihren Gedanken, Worten und Taten. Sie stürzen sich ins Feuer und spielen mit dem Feuer, während sie im Feuer sind. * Von den Philosophen der Welt wurde vieles über den Gurmukh geschrieben, doch all das wird dem Gurmukh nicht gerecht; das Geheimnis von Gurmukhta (der wahren Schülerschaft) bleibt verborgen – es ist allein ein Geheimnis zwischen dem Meister und dem Gurmukh. Die Arbeit, die der Gurmukh ausführt, stellt (die Kompetenz) seines Meisters unter Beweis. Wenn der Gurmukh alles Erforderliche in der Mission des Meisters erfüllt, erhält er von seinem Meister einen besonderen Segen: Was der Gurmukh auch denken mag, so mag es geschehen. Der Gurmukh wird zu einer Vertrauensperson im gesamten Werk der positiven Kraft. * Alle Angelegenheiten, die den spirituellen Aspekt des Lebens betreffen und die für die Ausführung (der Arbeit) auf den höheren Ebenen wichtig sind, werden vom Gurmukh zu genau der richtigen Zeit erledigt, denn solche Dinge werden zwar jetzt getan, aber zeigen ihre Wirkung nicht jetzt, sondern sie tragen in sich die Essenz, um das gewünschte Ziel auf den höheren Ebenen zu erreichen. Solche Handlungen des Gurmukh verhindern ungünstige Rückwirkungen in der Mission. * Er schenkt Leuten, die laut die Werbetrommel rühren, keine große Aufmerksamkeit, da er selbst nie daran interessiert ist, die Mission seines Meisters durch schale und leere Mittel zu verbreiten. Er bringt das Werk Gottes entsprechend den heiligen Beispielen (aus dem Leben) seines Meisters zum Erblühen und gibt die Leben spendende Lehre weiter an die Suchenden und die, die es verdienen. Er wirft keine Perlen vor die Esel. Der Gurmukh kennt den Wert des Edelsteins und ist der wahrhaft Reiche in dieser Welt. Wer nur den vergänglichen Wert des Edelsteins kennt, ist ein Liebender der Welt. Der Gurmukh tut das Richtige zum richtigen Zeitpunkt, und ohne Verzögerung führt er die Anweisungen seines Meisters aus. Sieht er die Abgestumpftheit, die Verlangsamung und die hochsteigenden Wolkenfetzen aus Staub, die durch das ruchlose Wirken der sogenannten Meister entstehen, bleibt er ruhig, aber ist sehr aktiv, um den wahren Wandel im Menschen hervorzubringen. * Der Gurmukh sah, wie sein Meister die Arbeit ausführte, indem Er Seine Aufmerksamkeit in alle Richtungen wirken ließ. Das wunderbare Spiel seines Meisters half dem Gurmukh, mit ungeteilter Aufmerksamkeit in der Mission zu arbeiten. Sein Meister tut allen Gutes und bleibt dennoch immer sorgenfrei, denn der Gurmukh trägt all die Sorgen seines Meisters und birgt sie im Heiligtum seines Herzens. Der Meister ist glücklich, da Sein Gurmukh allen Kummer und alle Sorgen seines Meisters auf sich genommen hat und sie direkt zu den heiligen Füßen seines Meisters niederlegt. * Wenn aufgrund von Missverständnissen in Meisters Mission Streitigkeiten aufkommen und der Gurmukh die Antwort gibt, ist es leicht zu verstehen. Wenn man aber dem Gurmukh keinen Glauben schenkt und sein Meister im Innern die Antwort gibt, muss man dafür einen hohen Preis zahlen. * Der Gurmukh bringt edle Ideen ein, durch deren Umsetzung die Mission seines Meisters gewinnt. Er macht das, um an den Gedanken seines Meisters teilzuhaben, was ihm wiederum hilft, noch mehr Unterscheidungsvermögen zu erlangen. Wenn das Herz das, was es einst verloren hatte, zurückgewinnt, ist man auf dem Weg zum bewussten Mitarbeiter am göttlichen Plan. Indem er feststellt, wo das Missverständnis liegt, erhebt er sich über die Missverständnisse. Wie ein Mensch, der vor Gericht steht, alle Möglichkeiten zu seinen Gunsten nützt, so macht es auch der Gurmukh, der sich ganz seinem Meister hingibt und alle Möglichkeiten zu Gunsten seines Meisters nützt. Für ihn ist die Arbeit seines Meisters sein Leben, und sie beinhaltet ein klar umrissenes Ziel. * Er macht nie ein Geschäft aus selbstsüchtigen Motiven. Versucht er, einen Gewinn zu erzielen, dann nur für die Mission seines Meisters. Die Menschen häufen ein Vermögen an, weil sie sich an trügerische Hoffnungen klammern. Er aber benützt nichts, was ihm anvertraut wurde, für seine persönlichen Interessen. Alles, was zu ihm gehört, gehört seinem Meister. Mögliche Gewinne werden so genützt, dass sie im besten Interesse der Mission seines Meisters sind. Er lässt sich nicht von äußerer Macht beeindrucken, die im Gegensatz zur Lehre steht, selbst wenn sie ihm großes Ansehen bringen würde. * Wenn der Gurmukh bei dem, was er oder andere in der Mission tun, irgendeinen Fehler entdeckt, beginnt sein Herz wie eine Trommel zu schlagen. Lieber würde er alles auf sich und seinen physischen Körper nehmen, als dass eine widrige Auswirkung in der Mission seines Meisters entsteht. Für ihn gibt es keinen höheren Gottesdienst, als für den reibungslosen Ablauf der Mission seines Meisters zu sorgen. * Wenn man eine Pflicht nicht erfüllt, geht sie als solche zu Ende. Wenn die Pflicht nicht zur rechten Zeit erfüllt wird, verliert sie ihre Bedeutung und ihren Zauber im Leben des Schülers. Die Pflicht, die der Meister dem bewussten Mitarbeiter am göttlichen Plan gibt und die von ihm ausgeführt wird, bringt automatisch weitere Aufgaben mit sich und vervielfältigt sich schließlich zu vielen Pflichten. Die Meisterkraft gibt eine Pflicht kein zweites Mal. Die Pflicht, die dem Gurmukh einmal übertragen wurde, dient Meisters gesamtem Werk – jetzt und auch danach. Eine Pflicht in Meisters Mission bedeutet ein neues Leben, das der Meister (dem Schüler) schenkt. Diese Pflicht entwickelt den Menschen, sie macht ihn vollkommen. * So wie es kommt, gibt er es weiter. Der Gurmukh behält nichts für sich, was sein Meister ihm zur Verfügung stellt. Alles hat seine Bedeutung und seine Aufgabe und wird entsprechend Meisters Wunsch genützt. Sein Meister sorgt mit Hilfe Seiner Aufmerksamkeit für die körperlichen Bedürfnisse (des Gurmukhs). Die, die unverhohlen etwas fordern, sind ganz bestimmt nicht weise. * Den Meister zu lieben bedeutet, mit ganzem Herzen in Seiner Mission zu leben. Der Gurmukh gibt alles, um Zauber und Schönheit in die Mission zu bringen. Er setzt auf freiwillige Spenden durch ergebene Schüler und hilft den Suchenden, für Meister zu arbeiten und zu leben. Er schreckt davor zurück, von den sogenannten Glaubensanhängern oder von jemandem, der nicht empfänglich ist, etwas für die Mission zu erbitten, denn dann muss sein Meister dem sogenannten Spender Gnade geben. In einigen Fällen kann ein solcher Spender die Gnade seines Meisters missbrauchen, und das steht im Gegensatz zu Gurmukhta (dem Verhalten eines Gurmukhs). * Die Mission des Meisters ist wie eine Leiter mit acht Sprossen: 1. Für Ihn zu leben und zu arbeiten bringt 2. Hingabe; das bringt 3. Empfänglichkeit; das bringt 4. Liebe; das bringt 5. Zufriedenheit; das bringt 6. Wahre Lebensweise; das bringt 7. Gnade; das bringt 8. Einheit * Wenn in der Mission etwas Falsches geschehen ist, bietet er sich seinem Meister als Schuldigen an, da er weiß, dass es durch seine Nachlässigkeit geschehen konnte. Er sieht sich selbst für all das verantwortlich. Den Verdienst von dem, was gut gemacht wurde, lässt er seinem Meister zugute kommen, aber wenn andere etwas Falsches getan haben, nimmt er selbst die Schuld auf sich. * Wenn er etwas, was die Mission des Meisters betrifft, nicht erfolgreich erledigen konnte, sieht er das als seinen eigenen Fehler an, auch wenn es vielleicht der Fehler anderer war. Er bereinigt es lieber auf persönlicher Ebene und zieht nicht das Ansehen seines Meisters mit hinein. * So wie die schwachen Schüler in der Klasse zum Hindernis werden für die Begabten, so ist es auch für den Gurmukh im Hinblick auf die Entwicklung der Mission. Die, die nichts verstehen, werden nichts auf sich nehmen, so werden jene, die einen Hintergrund haben oder die sich danach sehnen sich zu entwickeln, mit dem Erbe gesegnet. Er hat von seinem Meister gelernt, wie er in der Mission zu arbeiten hat. Er tut nichts, was über die vom Meister festgelegten Regeln hinausgeht. Hätte Sita es nicht gewagt, die Begrenzungslinie zu überschreiten, hätte Lord Rama nicht so vielen Problemen begegnen müssen. (Im Exil war eine Grenzlinie um sie herum gezogen, innerhalb welcher sie sicher war. Ravan kam als Bettler und wollte, dass sie diese Linie überschreitet, um ihm etwas zu geben. Als sie es tat, wurde sie gefangen genommen.) Mit jedem Atemzug und mit jedem Gedanken hält der Gurmukh das Ansehen seines Meisters hoch. * Weder in guten noch in schlechten Zeiten verlässt er die Arbeit seines Meisters. Denn durch die beständige Verbindung zu seinem Meister wird er von Ihm mit unerschöpflicher Energie gestärkt. * Bei einer weltlichen Übereinkunft, einem Handel oder einem Geschäft drängt er nie jemanden zu etwas, denn er würde ihn durch seine Aufmerksamkeit dazu zwingen und damit wäre sein Meister daran gebunden. Er sagt seine Meinung, und derjenige, der dieser Meinung folgt, wird von seinem Meister gesegnet. Er tut alles im Interesse des Meisters und übergibt sein Tun seinem Meister, das Ego berührt ihn nicht. Er sorgt dafür, dass sein Meister glücklich, frisch und gesund bleibt, indem er alles auf gute und bestmögliche Art ausführt. Seine Mission ist Licht und Leben für ihn, mit jedem Atemzug lebt er in seinem Meister. Durch die beständige Fürsorge und Ausstrahlung seines Meisters bleibt er in seinem Meister eingebettet. Die heiligen Füße seines Meisters sind seine wahre Wohnstatt, um dort zu leben und zu ruhen. |