• English (United Kingdom)
  • Deutsch (DE-CH-AT)
  • Svenska (Sverige)
Meditation

 

Ego und Bindung wurden beide durch Shabd verbrannt; der Gurmukh erlangt das ewige Licht. Nur durch Shabd, der Verbindung mit der sich zum Ausdruck bringenden Gotteskraft, wird diese Krankheit beseitigt. Wer erreicht diese Verwirklichung? Wer zum Gurmukh wird.

Kirpal Singh

 

Für den Gurmukh dient die Meditation dazu, mehr von Ihm zu erfahren. Manchmal bewirkt diese Zielsetzung für seine Meditation, dass er Tränen vergießt wegen seiner Unzulänglichkeiten, die seine Arbeit verzögern. Ist jedoch Meisters Wunsch erfüllt, hilft ihm seine Meditation, sich gemeinsam mit seinem Meister (an der inneren Glückseligkeit) zu erfreuen. Eine Meditation, die den Menschen auf der Ebene des Gemüts glücklich macht, führt dazu, dass der Mensch schließlich seine Unwissenheit bereuen muss. Der Schauplatz der astralen und kausalen Ebenen, der emotionsgeladen und voller Überraschungen ist, hält den Menschen weit entfernt von der Wirklichkeit. Der Gurmukh vertieft sofort seine ganze Aufmerksamkeit in das Licht und den Ton, die in der Mitte des Weges in Erscheinung treten; das hilft ihm, die kausale Ebene zu durchqueren, während das Licht, das direkt aus der astralen und kausalen Ebene kommt, die Seele in seinem verlockenden Zauber gefangen hält.

 *

Ein Mensch, dessen Denken, Tun und Handeln hoch und edel sind, kann in seiner Meditation sehr hoch gehen und zum Höchsten in seinem Lebens gelangen. Der Gurmukh erreicht das, indem er sein ganzes Leben in eine spirituelle Atmosphäre einbettet. Er dient seinem Meister, so viel er nur kann, und erlangt die höheren Werte des Lebens. Der Atem, der für niedrige Beweggründe eingesetzt wird, schadet der Entwicklung. Der Gurmukh nützt seine Unterscheidungskraft lebenslang als Prüfstein.

 *

Durch ihre verschiedenen Wünsche machen die meisten Menschen die Meditation zu einem Hohn. Solchen Menschen fehlt die Ehrfurcht vor der Meditation und vor der wirkenden Gotteskraft. Meditation bedeutet, in einer Haltung des Gehorsams vor den Unsichtbaren hinzutreten. Keiner weiß, was er von Ihm erlangen sollte, nur der Meister weiß, was Er seinem Kind zu geben hat. Er gibt, entsprechend unserem Fassungsvermögen, wir aber wollen mehr, als wir aufnehmen können. Manchmal entspricht unser Verlangen nicht unserem Fassungsvermögen. Was den  hingebungsvollen Dienst an seinem Meister betrifft steht der Gurmukh in der aller ersten Reihe. So ist er immer empfänglich und bereit für die Meditation. Meditation bedeutet für ihn, den Anweisungen seines Meisters zu gehorchen.

 *

Je bewusster man wird, desto härter wird die Meditation. Die Meditation des Gurmukh ist die schwierige Aufgabe, die er erfüllt, um die Gnade seines Meisters immer verfügbar zu halten; sie dient dazu, die Antikräfte, die den Weg in Meisters Mission versperren, zu überwinden. Obwohl die Meisterkraft selbst diese Aufgabe erfüllt, trägt es noch größere Frucht, wenn es der Gurmukh tut, da er damit seinen Meister ehrt und stärkt.

 *

Der Morgen endet mit dem Abend. Wenn das, was dazwischen geschieht, positiv ist, wird es dabei helfen, dass die Sonne um Mitternacht aufgeht; ansonsten bringt uns das, was alle täuscht, zurück in die Wildnis der Welt. Der Gurmukh steht sowohl über den zehn Toren seiner physischen Form als auch über den zehn Richtungen der Welt.

*

Ohne für Ihn zu leben und zu arbeiten, findet man keinen Zugang zum Gurudev (der strahlenden Form des Meisters), und ohne diesen Zugang kommt man über die Kausalebene nicht hinaus. Solange man Ursache und Wirkung in der Welt nicht erkannt hat, kann man nicht zum Gurmukh werden. Ein solcher Gurmukh kann viele Menschen entwickeln und eine Verbindung zum Gurudev herstellen. Nur zu meditieren, ohne für Ihn zu leben und zu arbeiten, wird zu einem Wunsch, und man kann sicher sein, dass es reiner Egoismus ist. Die Barriere des Ego ist stark genug, um einen unterhalb der Kausalebene festzuhalten.

 *

Die Charghar-Ghat Meditation ist die schwierigste Meditation. Meister führt sie auf den höheren Ebenen aus, um die Auswirkung all dieser Kräfte (einschließlich der negativen Kraft) zu überwinden. Ihre Frucht wird dafür genützt, um die Seelen von ihrer Bindung an das Physische, zusammen mit Gemüt und Materie zu befreien. Nur der Gurmukh kennt das Geheimnis dieser Meditation. Vertrauen wir dem Wort des Gurmukh, nehmen wir Meisters Gnade an. Der Gurmukh würde diese Gnade niemals missbrauchen. Sie ist das ewige Erbe der sich sehnenden Seelen und derer, die ihrem Meister selbstlos dienen.

 *

Kabir sprach vom mühelosen Weg zurück zu Gott. Er sagt, dass Er seinen Sitz auf dem Gipfel des Berges habe und der Weg dorthin so schmal sei, dass nicht einmal ein Senfkorn dort Platz finde, und so glatt, dass eine Ameise darauf abgleiten würde - und diesen Weg wollen die Menschen mit all ihrer Habe auf einen Ochsen gepackt gehen! Es liegt an jedem selbst, wie er die Wahrheit in seinem Inneren annimmt, ob er das Gemüt als Elefanten in sich akzeptiert oder es zu etwas so kleinem macht, dass es durch das Himmelstor passt, das nur die Größe eines Zehntel Senfkorns hat. O Mensch, rufe dir für eine Weile die Gnade des Meisters für seinen Gurmukh ins Gedächtnis – durch Seine Aufmerksamkeit erlangt der Gurmukh diesen Stand, einfach, indem er seinem Meister gehorcht.

 *

Auf seinem Weg in die höheren Ebenen und wieder zurück tritt Meister nicht in die astrale und kausale Ebene ein. Er führt seine Kinder vom Weg in der Mitte aus. Der Weg in der Mitte ist der kürzeste und effektivste, auf dem sich auch sein Gurmukh erhebt. Die Schönheit der astralen und kausalen Ebenen berühren den Gurmukh nicht. Wenn die Seelen voller Wünsche, im Innern eintreten, zeigen ihnen die übernatürlichen Kräfte, mehr und mehr Zauberhaftes und Verlockendes, um ihre Wünsche zu erfüllen und bewirken dadurch, dass diese Seelen wieder nach unten fallen. Der Gurmukh behält keinen Wunsch in sich, während er sich erhebt oder wieder zurück kehrt, und so haben der Zauber und die Schönheit im Astralen und Kausalen keine Wirkung auf ihn. Was die übernatürlichen Kräfte anbieten, fesselt die Aufmerksamkeit des Menschen und verstärkt die Barriere, die dem Menschen im Weg steht (so dass er sich nicht erheben kann.) Ist der Schüler erst einmal unter Kontrolle solcher Kräfte, wirken die geladenen Namen des Meister nach und nach immer weniger, und das führt schließlich dazu, dass der Schüler den Glauben an seinen Meister verliert. Meisters Wort verliert nie seine Macht, aber die Aufmerksamkeit des Schülers arbeitet nicht mehr im Einklang damit.