| Geistiges Heilen wird von den Meistern untersagt |
|
Aus einem Brief Sant Kirpal Singhs an einen Schüler, "Sat Sandesh", August 1970 ... Geistiges Heilen wird von den Meistern untersagt. Es hat seine Gründe und eine tiefere Bedeutung, die die Menschen gewöhnlich nicht beachten. Sie sehen nur die scheinbaren Vorteile, die sich daraus ergeben, und bewerten es als Dienst an der leidenden Menschheit. Das unerbittliche Gesetz des Karmas ist aber entscheidend und fordert Ausgleich auf Heller und Pfennig. Der menschliche Körper hat den höchsten Rang in der Schöpfung und wurde von der Vorsehung der Seele für ihre spirituelle Vervollkommnung während dieser Inkarnation gewährt. Da die Seele im Menschen vom Wesen Gottes ist, hat sie die gleichen Eigenschaften wie Gott, da sie jedoch von Gemüt und Materie bedeckt wurde, hat sie ihr wahres Erbe verloren. In ihrem jetzigen Zustand ist die Seele tief mit dem Körper und in körperliche Verhaftungen verstrickt, die mehr oder weniger die Rückwirkungen vergangenen Karmas sind, das sie bis zur jetzigen Inkarnation angesammelt hat. Das augenblickliche Erdenleben ist eine vorübergehende Phase auf der langen Reise der Seele von den unteren Stufen der Schöpfung hinauf zur wahren Heimat des Vaters. Der physische Körper ist Materie, die Seele aber ist Geist; doch wenn die Rückwirkung des Karmas eintritt, muss der Mensch zwangsläufig Leid und Freude ertragen. Nun fallen die Leiden, die geistiges Heilen erforderlich machen, hauptsächlich in den Bereich körperlicher Beschwerden, zu denen auch psychische Leiden wie Nervenzusammenbruch usw. gehören können. Dies sind Rückwirkungen vergangenen Karmas, die ausgeglichen und von dem Betroffenen erduldet werden müssen. Wer auch immer solche Heilungen ausführt, lädt das Karma sich selbst auf und muss es zu einem späteren Zeitpunkt wieder abtragen. Darüber hinaus wird das wenige, das er spirituell durch Beruhigung seines Gemüts erreicht hat, durch derartige Gesten einer Wunderheilung vergeudet. Außerdem wird dieser Heilungsvorgang an schwächeren Gemütern praktiziert, die gewöhnlich ihren Gefühlen zum Opfer fallen. Was normalerweise geheilt werden kann, indem man ein wenig Schmerzen erträgt und Arznei zu sich nimmt, wird gegen spirituelle Verschwendung ausgetauscht, und die Schuld bleibt bestehen und wartet auf den Ausgleich zu einem späteren Zeitpunkt. Außerdem wird diese Art des Heilens professionell und fördert Korruption und Elend. Sie führt nicht nur zu Missbrauch, sondern zieht noch mehr psychisches Leid und vielfaches Elend nach sich, da nun noch zusätzliche „Zinsen“ hinzukommen. Es ist ein ursächlicher Aufschub der Zahlung auf einen späteren Zeitpunkt und legt der Seele schwere Fesseln an. Im Gegensatz dazu befürworten die Meister eine richtige Lebens- und Denkweise. Einem disziplinierten Ergebenen des Meisters wird geraten, ein reines, sauberes, enthaltsames Leben zu führen und dabei unter schützender Führung ein spirituelles Ziel zu verfolgen. Unbedingtes Einhalten der Richtlinien für die Diät und eine einfache, wahrhaftige Lebensweise führen zu Glück und Freude. Wenn dennoch durch die Abwicklung früheren Karmas ein Leiden auftritt, wird seine Härte und Dauer durch das Eingreifen der gnädigen Meisterkraft sehr gemildert – gleich einem Penny anstelle eines Pfundes oder einem Nadelstich anstatt des Galgens, und das disziplinierte Schülerkind kommt durch die Gnade des Meisters unbeschadet davon. Das Heilen, von dem es heißt, es sei von Jesus oder anderen ausgeübt worden, war von höherer Art; denn wer in das kosmische Bewusstsein eintaucht und seine Identität verliert, wird so vergeistigt, dass sogar das Denken an einen solchen Menschen oder das Berühren seines Kleidersaumes zu heilen vermag, wie es in der Bibel heißt. Ihr dürft nicht aus eigener Kraft andere heilen. Vor allem aber ist es der Glaube, der heilt, und ernsthafte Initiierte lassen sich nicht auf solche Dinge ein, sondern streben vielmehr unaufhörlich nach ihrer spirituellen Vollkommenheit, die das höchste Ziel des irdischen Lebens ist. Die Seele, die sehr viel höher aufsteigen muss, um mit der Überseele zu verschmelzen, wird aufgehalten, wenn sie niedrigere Zwecke verfolgt. Die Initiierten werden daher in ihrem eigenen Interesse davor gewarnt, geistiges Heilen auszuüben, da es spirituelle Verschwendung und spirituellen Bankrott zur Folge hat. Es legt der Seele starke Fesseln an, und es wird sehr schwer, die karmische Schuld zurückzuzahlen. |