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Home Dr. Harbhajan Singh Die höchste Mission
Die höchste Mission


Auszug aus einem Vortrag von Dr. Harbhajan Singh, 23. Juni 1990, St. Gilgen, Österreich

Dr. Harbhajan SinghLiebe Brüder und Schwestern,
um den Sinn unseres menschlichen Lebens zu verstehen, müssen wir Meisters Mission verstehen.

Alle Meister lebten in der Welt, um eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen, nämlich Erwachen im Menschen hervorzubringen und ihm zu helfen, mit der Wahrheit zu leben und mit Hilfe der Wahrheit zurückzugehen. Sie lehrten uns das Leben, das dafür notwendig ist. Denn sie wussten, was uns im Jenseits erwartet und was es hier in dieser Welt alles gibt. So hatten sie Unterscheidungsvermögen – und wir haben es nicht. Wir haben diesen Ort (unsere ewige Heimat) vergessen und haben nur (eine Erfahrung) von diesem physischen Körper und der physischen Welt, und deshalb können wir nicht unterscheiden. Wir haben das Jenseits nicht gesehen und so haben wir keinen Vergleich. Darum geht es in Seiner Mission. Erwachen in die Welt zu bringen – das ist Seine Mission.

Seine Mission betrifft die Verbindung zwischen Schüler und Meister. Die Aufgabe, für die Er in die Welt kam oder für die die Meister immer in die Welt kamen, nennt man Seine Mission. Diese Aufgabe änderte sich nie. Die Lehre blieb immer die gleiche, aber die Anweisungen des Meisters waren von Zeit zu Zeit verschieden, entsprechend der jeweils vorherrschenden Situation.

Jeder Meister kommt zu einem bestimmten Zweck. Er muss eine bestimmte Aufgabe innerhalb einer festgelegten Zeit erfüllen. Obwohl er nicht an die Zeit gebunden ist, muss er doch die zeitliche Begrenzung respektieren wegen unserer Gefühle und Emotionen in der Welt. So wie das Kind der Mutter lieb ist, so liegt Meister die Mission am Herzen. Die Mission bedeutet für Meister das Leben seines Lebens. Er hat (von Gott) den Auftrag erhalten und es geht ihm nur darum, diese spezielle Arbeit zu tun, für die er den Segen erhalten hat.

Meister fragte mich bei Seinem letzten Satsang in Amritsar und in Nag Kalan, ob ich irgendeinen Wunsch hätte. Wir lebten immer für Meisters Mission. Wir gehorchten Meister und dachten, dass wir Meister oder Seiner Mission noch nicht gerecht werden konnten und deshalb wieder in die Welt kommen mussten. Jeder muss (Meister und Seiner Mission) gerecht werden, nicht nur auf der physischen Ebene, sondern bis alle Barrieren überschritten und wir in unsere ewige Heimat zurückgekehrt sind. Und Meisters Arbeit, Meisters Mission geht zusammen mit dem Schüler immer weiter. Die Mission ist eine Richtlinie für den Schüler um alle Hindernisse zu überwinden.

Meister fragte: "Möchtest du etwas?" Ich sagte: "Ja, Meister. Ich möchte, dass Deine Mission auf der ganzen Welt zum Erblühen kommt." Er sagte: "Das ist auch mein Wunsch." Das ist das Höchste, was man sich von Meister wünschen kann. So wird (die Mission) immer weiter gehen. Meister sagte: "Die Menschen mögen alle nur möglichen Fehler begehen, die Meisterkraft kann sie ihnen vergeben, aber wer Meisters Mission in Verruf bringt, dem wird nicht vergeben werden."

Meister bat einmal Baba Sawan Singh: "Meister, ich mag mit Problemen konfrontiert werden, aber nicht meine Brüder und Schwestern." Er sagte dies, denn Er kannte die Mission und den Zustand all jener Brüder und Schwestern. Baba Sawan Singh sagte: "Kirpal Singh, ich werde die retten, die in der Mission arbeiten, selbst wenn sie ins Feuer springen. Aber die anderen müssen (die Rückwirkungen) entsprechend ihrer Wünsche ertragen."
Denn selbst Meditation ist ein Wunsch, der Wunsch nach Selbstverwirklichung, solange sich (dieser Wunsch) nicht wieder auf die Mission bezieht.
Das Leben wird zum wahren Leben, wenn ihr so lebt, wie euer Meister. Dann seid ihr fähig, überall zu bestehen. Dann habt ihr einen festen Stand und sorgt euch nicht um äußere Hilfe. Abhängigkeit ist Sklaverei, aber von Meister dürfen wir nicht unabhängig sein. Von Meister müssen wir immer abhängig bleiben. Ohne diese Abhängigkeit von Meister kann niemand den Weg nach innen finden. Es gibt so viele geheimnisvolle, zauberhafte und unbekannte Wege (im Innern), auf denen sich unsere Seele verlieren kann. Die Menschen verlieren sich (durch das, was) sie mit den physischen Augen sehen. Wenn aber das astrale Auge geöffnet ist, kann man sich ohne Meisters Hilfe nicht weiter erheben. Es genügt nicht, dass das astrale Auge geöffnet ist, dort (in der Astralebene) braucht man unbedingt Führung. Ohne Führung wirkt unsere astrale Kraft nicht. (Dass man ohne Führung nicht vorankommen kann,) gilt auch für die höheren Ebenen. Es wird gesagt, dass viele Menschen, die es allein versuchten, nicht weitergehen konnten. Sie blieben dort (gefangen), wo sie hingingen. Sie magerten ab bis zum Skelett, doch sie konnten diesen Ort nicht verlassen. Sie waren dort gefangen. Solch mysteriöse Dinge gibt es auf dem Weg.

Hafiz sagte: "Auf dem Weg gibt es viele Strudel; der Ozean des Lebens ist äußerst furchterregend. Er ist  wirklich sehr tief, man kann dort weder leben noch sterben. Die Küste ist noch sehr weit entfernt und man kann auch nicht zurück. So ist dieser Weg." Aber Bhai Nandlal, der ergebene Schüler Guru Gobind Singhs, sagte: "Ich bin auf dem Weg diesen Schwierigkeiten nicht begegnet." Denn er hatte sich seinem Meister vollständig hingegeben. Ohne Ergebenheit kann man sich nicht hingeben. Wenn das Kind der Mutter völlig ergeben ist, umarmt es die Mutter und liebt es sehr. Mag sein, dass nicht alle Kinder der Mutter ergeben sind, aber wenn ein Kind sich hingibt, wird es die Mutter ganz sicher viel mehr lieben, als alle anderen. Sie wird die Liebe zu diesem Kind ihr ganzes Leben lang in sich tragen.

Die Grundlage von Meisters Mission wurde vom Sat Purusha geschaffen, der höchsten Kraft im Jenseits. Und die Meister, die von dieser Ebene kommen, haben eine andere Mission auszuführen, als die (Meister, die von anderen Ebenen kommen). Es gibt Missionen verschiedenster Art, aber die Mission Gottes übersteigt alle Grenzen und wird von dort (von der Ebene des Sat Purushas) aus geplant. Niemand kann sie zerstören. Sie kommt von (ganz) oben und nimmt alle, die in der Mission arbeiten, mit auf diese Ebene. Je höher die Ebene ist, von der die Mission ausgeht, desto höher wird die Seele entwickelt. Deshalb hat die Mission unseres Meisters keine Grenze und kein Ende. Viele Entwicklungsschritte finden auf den unteren Ebenen statt, aber Seine Mission übersteigt sogar Sach Khand oder Sat Lok. Das ist die Ebene, wo die kompetenten Meister leben und bestimmte Dinge entscheiden. Aber der Sat Purusha geht darüber hinaus. Mit Hilfe Seiner Führung kommt eine solche (allmächtige) Kraft in die Welt, die dann einen großen Wandel in die Welt bringen kann. Solch hohe Kräfte werden nicht zu allen Zeiten in die Welt geschickt, nur um bestimmte Veränderungen zu bringen. Sie werden nur aus bestimmten Gründen von oben (mit dieser Aufgabe) gesegnet. Meister sagte: "Vor hunderttausend Jahren gab es diese Gnade in der Welt und jetzt ist es wieder so. Macht den besten Gebrauch von dieser Gnade." Unsere Wünsche zu opfern, alle Wünsche hinzugeben für den Wunsch des Sat Purushas – das ist Seine Mission.

Immer wieder wird viel Nachdruck auf ein und dasselbe Thema gelegt, damit wir Ihn verstehen. Er versteht uns, das ist nicht das Problem. Er weiß, wo wir stehen und wie unser Zustand ist. Er kennt alle Seine (Schüler). So wird also dieser Punkt immer wieder betont, dass wir Seine Mission ein für alle Mal verstehen müssen, damit wir nicht fehlgeleitet werden. Meister sagte: "Wenn diese Zeit vorüber ist, werdet ihr endgültig euer Leben verloren haben. Dann gibt es niemanden, der euch hört, niemand wird euch zuhören. Viele können euch zwar anhören, aber ihr werdet nichts von ihnen erhalten; nur jemandem zu helfen, oder dass euch jemand zuhört, das allein genügt nicht. Wenn Seine Arbeit (die Arbeit der Allmächtigen Kraft) beendet ist, kann Er jemanden (einen Meister der fünften Ebene) beauftragen sie weiterzuführen. Was kann Er für euch tun? Er kann euch nicht das geben, was Er (die Allmächtige Kraft) euch geben wollte. Es ist ein großer Unterschied. Jetzt ist also die beste Zeit. Meister sagte: "Die Zeit (Seiner Mission) wurde verlängert." (Sie erstreckt sich jetzt über das gesamte Zeitalter.) Nichts wurde festgelegt ohne Seine Mission. Die Mission gibt euch Leben. Die Mission gibt euch Licht. Die Mission gibt euch Liebe. Was auch immer ihr von dieser Welt erwartet, kann euch nur die Mission geben.

Durch Meisters Segen und durch Seine Gnade, die jetzt herabgekommen sind, könnt ihr mit eurer Hingabe, eurer Ergebenheit und mit eurem selbstlosen Dienst viel tun für die, die gebunden sind. Ihr könnt dabei helfen zu befreien – hier in dieser Welt und auch im Jenseits. Auf den höheren Ebenen zählt nur die Hingabe der Schüler des Meisters und nicht, wie viele Schüler ein Meister hat. Das wird nicht gerechnet. Wenn es einen gibt, der weiß, wie man sich opfert, wie man den Test der negativen Kraft besteht, wie man sich im Bereich der negativen Kraft frei bewegen kann und voll Liebe zu Meister wieder herauskommt, der kann viele andere aus diesem Bereich befreien. Ihr wisst, Meister erzählte oft, dass es die Gewohnheit der Schafe ist, in den brennenden Schafstall  zurückzulaufen und dort zu verbrennen. Genau dasselbe geschieht ständig in der Welt; sogar mit den Schülern der kompetenten Meister. Nicht alle haben das gleiche Erwachen. Entsprechend ihrem Hintergrund haben sie unterschiedliches Bewusstsein und Erwachen. Aber ihnen dieses richtige Verstehen, das ihr erhalten habt, zu geben – das ist Seine Mission. Jemanden für diese Arbeit bereit zu machen – ist Seine Mission. Es ist die Mission, die alle Meister ihr Leben lang ausführten. Sie ging niemals zu Ende.

Wie ich euch sagte, ändern sich nur die jeweiligen Anweisungen entsprechend der Situation und den vorherrschenden Bedingungen der Zeit. Manchmal ist ihr "Spiel" an einem Ort beendet und beginnt dann an einem anderen Ort. Dann muss der Meister dort und nicht mehr hier wirken. Manchmal sagen wir: "Dieser Meister hat es so gemacht, warum macht dieser Meister es anders?" Einige sagen: "Guru Gobind Singh kämpfte immer nur." Diese Aufgabe war ihm zugeteilt worden. Aber er wurde direkt von oben geschickt. Er sprach nur über Ihn (die Gotteskraft) und blieb immer der gekaufte Sklave dieser Kraft. Er sagte niemals von sich, dass er ein Meister sei oder jemals einer sein werde. Er sagte: "Wer mich einen Meister nennt, wird zur Hölle gehen." Aber wer ihn im Innern sah, pries ihn über alle Maßen und sagte: "Er ist viel schöner als die Engel. Selbst für ein Haar von ihm würde ich beide Welten opfern." Guru Gobind Singh kam aus der siebenten Ebene. In der Lehre steht, dass er aus jener Ebene kam. Er wollte nicht (in die Welt) kommen. Er war mit dieser Kraft eins geworden. Wir können keine Anzeichen dafür finden, dass er jemals in seinem Leben als Meister arbeitete. (Er sah sich immer als gekauften Sklaven der Gotteskraft.) Aber er ging in diese (siebente) Ebene. Welche seiner guten Taten brachten ihn dorthin? Es war seine vollkommene Ergebenheit und Hingabe an den Sat Purusha. Der Sat Purusha wollte ihn nie mehr zurück in die Welt schicken. Erst als Er sah, dass es jetzt unbedingt notwendig war, schickte Er sein Kind. Er sagte: "Ich schicke dich jetzt als meinen Sohn in die Welt. Erfülle diese Aufgabe!"

Kabir sagt: "Jeder in der Welt möchte der Handelnde sein, aber ich segne den, der nicht zum Handelnden wird. Ich gebe dem alle Gnade und allen Schutz, der nur für Ihn arbeitet, der die Menschen an den Vater erinnert und nicht sich selbst verehren lässt." In Wirklichkeit ist das die höchste Mission in der Welt.

Deshalb habe ich euch bereits gesagt, dass wir eine direkte und unabhängige Verbindung zu Meister haben. Unabhängige Verbindung bedeutet, dass ihr von niemandem abhängig sein dürft. Eine unabhängige Verbindung zu haben bedeutet, dass ihr den besten Gebrauch von eurer Hingabe machen müsst. Wenn ihr eure Hingabe aufs Beste nützt, wird die Verbindung zu Ihm ganz nah sein. Da der Schüler seinen Meister liebt, liebt er alle wegen dieser Liebe zum Meister und möchte auch von allen Liebe erhalten, denn er weiß, dass sein Meister in allen ist, dass Er in jedem wohnt. So hilft er allen und versucht, die Schwächen all derer zu beseitigen, mit denen er zusammenkommt. Der ist euer bester Freund, der euch aus dem Schlaf erweckt. Seine Aufmerksamkeit ist bei seinem Meister und deshalb hilft er jedem.
 
Seine Mission in der Welt ist wirklich voller Süße. Wenn ihr nur lernt, wie man in Seiner Mission lebt, ist das von großer Schönheit. Es ist etwas sehr Schönes im Leben. Denn ihr müsst dann immer vollkommen sein und aufrichtig euch selbst gegenüber und zu allen anderen. Es gibt nichts Schöneres. Dann fließt der Strom Seiner Gnade beständig. Wer nicht damit verbunden ist, dessen Leben ist ein Hin und Her. Einmal wendet er sich diesem Weg zu, dann wieder einem anderen. Er ist weder ein weltlicher Mensch noch gehört er zur höheren Sache. Sein ganzes Leben lang entscheidet er sich nicht für den richtigen Weg. Wann ist die richtige Zeit dafür? Sie ist bereits da. Wir sollten niemals fragen, wann es Zeit dafür ist, oder wo Meister ist, oder was unsere Pflichten sind, alles ist bereits da. Wo können wir das finden, was uns ganz nahe ist? Wir können es sofort finden, denn es ist bereits da. Ihr steht bereits mit den Füßen im Wasser des Ozeans, beginnt einfach zu schwimmen.