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Home Dr. Harbhajan Singh Seine Kinder werden zusammenfinden
Seine Kinder werden zusammenfinden


Von Dr. Harbhajan Singh, 1. Januar 1991

Dr. Harbhajan SinghMeister sagte: "Meine Kinder sind überall in der Welt verstreut. Es wird ei­ne Zeit kommen, dann werden sie alle zu­sammenfinden, und es wird eine spiri­tuelle Revolution geben."

Wie Er Seine Kinder in die Welt schickt, überallhin, liegt bei Ihm. Darüber hinaus sagte Er, dass jeder von uns die Verbindung und seinen Hintergrund hat. Bisher haben wir zumindest verstanden, dass die Aufgabe eines jeden von uns ein und dieselbe ist. Diese Aufgabe (des Menschen) wird sich nie ändern. Ich den­ke, dies war möglich, weil Er uns auf ei­ne gemeinsame, starke Grundlage stell­te. Ohne den selbstlosen Dienst ist es wirklich nicht möglich zusammen zu sitzen. Auf einem Gebiet zusammenzuar­beiten heißt, dass wir Mitarbeiter sind, und diese Arbeit gab uns Meister. Es war Sein Wunsch, sie uns zu geben, und Er tat es.

Nun gibt es vor allem unter unseren Brüdern und Schwestern, die noch während Meisters physischer Zeit die In­itiation erhalten haben, einige, die den­ken, dass Meister Seine Arbeit ganz be­enden konnte. Doch Er sagte, dass dort (in Kirpal Sagar) etwas zu tun sei, und es hat seine besondere Bedeutung, warum Er das tat.

Wir alle erfüllen nun Meisters Wunsch. Das meiste haben wir euch be­reits erklärt, und ihr wisst diese Dinge al­le. Doch das Wichtigste, worauf Meister uns immer wieder hinweist, ist die Art und Weise, wie wir miteinander leben sol­len und wie wir dadurch lernen können. Wir lernen, wie wir in Meisters Mission arbeiten können.

Am 21. August, bevor Meister Seinen Körper verließ, erhielt Er intravenöse Glukose-Infusionen, und die meiste Zeit umschloss Er mit den Fingern der Hand ganz fest den Daumen. Ich dachte, Mei­ster machte es vielleicht deshalb, weil Ihm die Infusion Schmerzen bereitete. Doch dann erklärte es Meister von sich aus: "Wenn ich gehe, dann lebt auf diese Wei­se!" Ich fragte Ihn: "Was meint Ihr da­mit?" Und Meister sagte: "Bleibt dem Meister immer ganz nah und seid immer eng miteinander verbunden."

So gab Er mit ganz kleinen Dingen Hin­weise, die voller Bedeutung waren, und wir konnten den besten Gebrauch davon machen. Meister sagte zum Beispiel: "Göt­ter und Göttinnen arbeiten mit vier Hän­den, während der Mensch mit zwei Hän­den arbeitet. Doch eine Zeit wird kommen, dann wird diese Kraft mit Tausenden von Händen arbeiten können." Im Gegensatz dazu erklärte Meister zu Seiner Zeit oft: "Es ist niemand da, der arbeiten und mir helfen kann!"

Einmal saßen wir zusammen mit den Leuten von Chandigarh bei Meister und Er sagte: "Wenn ihr hierherkommt und arbeitet, wird es leichter sein für mich." Doch während Seiner Zeit erkannten wir nicht, dass Er von irgend jemanden Hilfe brauchen konnte. Für uns gab es damals nichts anderes, als uns hinzugeben und zu sagen: "Meister ist jegliche Stütze und Hilfe – Er braucht von niemandem Hil­fe. Er ist der Handelnde, und alles was geschieht, ist in Ordnung." Doch auch während dieser Zeit wollte Er physische Hilfe von uns. Und Er sagte: "Ich habe sowohl physisch als auch spirituell viel Arbeit zu tun."

So haben wir oft, wenn ein Reisepro­gramm zusammengestellt wurde, einen anderen Weg vorgeschlagen. Wir sagten: "Meister, dies ist der einfachste Weg. Ihr solltet den einfachsten Weg wählen (der am wenigsten anstrengend ist)!" Und ich war immer dagegen, dass Meister von ei­nem Haus zum anderen fuhr. Es gab zu jener Zeit in Indien viele Probleme.

Als Er auf Seiner letzten Rundreise in Amritsar war, gab es Leute, die nur wollten, dass Er in ihren Laden und in ihr Haus kommen sollte. Da gab es jeman­den, der ein großes Geschäft eröffnet hat­te, und er wollte Meister sein Lagerhaus zeigen. Und so musste Meister mit dort­hin gehen. Es war ein Lagerhaus, in dem kleine Samen für medizinische Zwecke gelagert wurden – dieser Mann verkauf­te sie in alle Welt. So brachte er Meister zu diesem Lagerhaus. Wir waren nie dafür, dass Meister solche Besuche mach­te. Dann kam ein anderer Mann. Er hat­te ein Stück Land gekauft und sagte zu Meister: "Bevor wir es bebauen, wollen wir, dass Ihr es gesehen habt!" Das Grund­stück war außerhalb der Stadt, und Mei­ster sollte dorthin fahren. Als wir dort wa­ren, stellte sich heraus, dass wir nicht die ganze Strecke mit dem Auto zurücklegen konnten, und ich sagte: "Meister, bleibt doch hier, Ihr könnt dieses Stück Land auch von weitem sehen – warum müsst Ihr direkt dorthin gehen?" Das letzte Stück des Weges, das ziemlich lang war, musste Meister dann zu Fuß gehen, und das war nicht einfach für Ihn. Doch kaum jemand machte sich Gedanken darüber, dass Meister unseretwegen in dieser Welt an den physischen Körper gebunden war. Er ist die personifizierte Wort-Form, doch Er muss viele unserer Karmas und Sün­den auf Seine Schultern nehmen, und Er tat es.

Während Seines Aufenthaltes in Am­ritsar sagte Meister dann: "Wie viele Men­schen wollen wirklich den Meister?" Ei­ne Frau kam und stellte Meister einige Fragen, die Meister nicht verstand. Er fragte mich: "Doktor, hast du verstanden, was sie meint?" Ich sagte: "Nein, ich ha­be es nicht verstanden." Dann forderte Meister sie auf: "Gut, nun geh' wieder!" Sie ging. Dann kam wieder jemand an­deres. Es war ein Ehepaar, sie hatten wun­derschöne Kleider mitgebracht, die für die Hochzeit ihrer Tochter bestimmt waren. Ich saß bei Meister. Er hörte jeden an und sagte dann: "Gut, nun geht – doch was soll ich mit diesen Kleidern anfangen?" Die Frau sagte: "Meister, sie sind für mei­ne Tochter, bitte richtet Eure Aufmerk­samkeit darauf!" Meister sagte: "Gut, in Ordnung, meine Aufmerksamkeit ist dar­auf gerichtet – nun nimm sie wieder mit!" – "Nein, Meister, bitte legt auch Eure Hand auf die Kleider!" Und Meister sag­te: "Gut – und nun nimm sie!" In dieser Weise kamen noch weitere vier bis fünf Leute, doch jeder wollte nur wegen seiner weltlichen Wünsche mit Meister spre­chen. Niemand kam um der Sache selbst willen, niemand kam um Meisters wil­len, niemand kam, um Seinen Segen zu erhalten. Und Meister sagte: "Was soll ich mit solchen Schülern anfangen? Sie wol­len nicht mich – sie wollen nur alles an­dere von mir."

Um Mitternacht war dann ein Meeting der Sevadars, derer die arbeiteten. Es war ein sehr gutes Programm gewesen. Das letzte Programm in Amritsar war besser als alle anderen zuvor, denn gewöhnlich gab es viele Probleme in Amritsar, und es war das erste Mal, dass es so gut ver­lief. Viele Menschen kamen zusammen. Sogar aus unserem eigenen Dorf kamen ungefähr vier- bis fünfhundert Menschen, um Meister zu sehen. So mussten wir auf ein freies Gelände ausweichen (weil im Hof des Zentrums zu wenig Platz war). Die Atmosphäre war so von Meisters Schwingung erfüllt, dass jeder davon berührt war und sagte: "Sicher hatten wir schon von Spiritualität gehört, diese Din­ge sind uns bekannt, aber nie haben wir es auf diese Weise erlebt. Heute haben wir gemerkt, dass es eine Sache des Her­zens ist und nicht eine Sache des Kopf­es."

Und einige, die schon von bestimm­ten anderen Meistern initiiert worden wa­ren, blieben sitzen wie Statuen und rühr­ten sich nicht mehr von der Stelle. Mei­ster nahm ihre Aufmerksamkeit so sehr gefangen, dass sie nach dem Satsang sag­ten: "Doktor, Euer Meister ist wirklich ein Meister. Euer Meister ist etwas, was man mit Worten nicht beschreiben kann. Wir brauchen auch solch einen Meister!" Ich sagte zu ihnen: "Nichts hindert euch daran – ihr könnt Ihn haben! Da gibt es kein Problem." Sie antworteten: "Man sagt aber, dass es eine Sünde sei, den Mei­ster zu wechseln." Ich sagte: "Ja, das ist eine Sünde, doch der Meister muss wirk­lich ein Meister sein. Wenn er kein wirk­licher Meister ist, dann ist es kein Pro­blem, ihn zu wechseln."

Am Abend trafen wir uns dann alle, und an diesem Abend enthüllte Meister etwas über seine künftige Mission. Er sagte: "Wir werden unsere Arbeit auf die­se Weise vom Westen aus fortsetzen." Und alle, die in selbstloser Weise gear­beitet hatten, waren sehr glücklich. Doch es gab zur Zeit von Meister auch einige, die niemals zusammenarbeiten wollten. Wenn also jemand glaubt, dass wir ver­schieden denken, wo besteht dann die Notwendigkeit für einen Meister? Immer wenn Meister in die Welt kommen, brin­gen sie uns auf eine Ebene. Jeder kennt den tieferen Sinn und den Zweck des menschlichen Lebens, und jeder sieht, dass das Ziel jedes Menschen ein- und dasselbe ist. Und solche Menschen leben in einer Meinung, und ihre Herzen sind für jeden offen und klar. So war es sehr schön, mit diesen Menschen zusam­menzusein, die mit uns arbeiteten. Wenn wir etwas im Herzen hatten, fühlten sie es auch, so wie es jetzt auch ist. Und wenn wir Meister auf diese Weise dienen, dann sind alle Möglichkeiten von Meisters Sei­te her gegeben. Dann ist Meisters Gna­de zu jeder Zeit und jeden Augenblick da.

Damals war es so, dass einige von uns saßen und einige standen. Einer von de­nen, die standen, sagte: "Meister, wie wundervoll wäre es, würdet Ihr uns alle zurücknehmen, so wie wir jetzt zusammen sind – bitte nehmt uns alle zusam­men zurück!" Und Meister erwiderte: "Wen soll ich mitnehmen – diejenigen, die sitzen, oder die, die stehen?" Meister sagte das, weil einige viel gearbeitet hat­ten, weil es aber auch einige gab, die Schwierigkeiten machten. Es waren mit einem Mann einige Leute mitgekommen, die schlechte Absichten hatten. Meister blieb drei Tage, und am vierten Tag fuhr Er wieder. So mussten einige drei Tage lang Tag und Nacht Meisters Podium überwachen. Wir hatten ein großes Po­dium aufgebaut und achteten darauf, dass niemand etwas (z.B. Sprengstoff) dar­unter legen konnte. Diese Leute misch­ten sich in den Sangat und sagten vieles gegen unseren Meister. Wir waren daher dieses Mal sehr achtsam. So kam es, dass diejenigen, die Tag und Nacht gearbei­tet hatten, sehr müde waren und zu den heiligen Füßen des Meisters saßen, während die meisten, die anstatt dem Meister immer ihrem Gemüt gehorchten, standen. Das war der Grund, warum Mei­ster diese Frage stellte.

Ihr wisst, dass alle Meister überall auf der Welt immer nur mit einer Aufgabe ka­men, und diese Aufgabe hat sich nie geän­dert. Manchmal mussten sie deshalb viel­leicht sehr harte Konsequenzen ertragen, doch sie änderten ihr Ziel nie. Wir sind es, die ihre Mission verschieden einstu­fen und behaupten: "Er war so oder so, und Er meinte dieses oder jenes!" In Wirklichkeit waren es immer sehr weni­ge Menschen, die verstehen konnten, was Er sagte. Er sprach von der Wahrheit, und diese Wahrheit ist sehr schwer zu verste­hen, solange wir nicht mit der Wahrheit leben. Das ist ein Problem. Sobald jedoch jemand beginnt, mit der Wahrheit zu le­ben, dann wird sie sehr anziehend und lie­benswert, und dann gehorcht er allem, was der Meister ihm sagt.

Alle im Sangat haben ihren eigenen Hintergrund, und so fassen sie ein- und dieselbe Sache auf verschiedene Art und Weise auf. Zur Zeit von Guru Gobind Singh kam einmal ein gebildeter Mann zu ihm – er war ein Anhänger einer Sek­te, die sich für das Predigen bezahlen ließ, und er war empört über etwas, das er von einem Schüler Guru Gobind Singh's gehört hatte. Er sagte: "In unseren Schrif­ten heißt es so, warum stellst du densel­ben Sachverhalt auf andere Weise dar – dem können wir nicht zustimmen."

Als dieser Mann dann zu Guru Gobind Singh kam, sagte er: "In den heiligen Schriften, auch in den Veden heißt es, dass der Mensch, wenn er den Körper verlässt, ein Jahr lang mit den Engeln des Todes verbringen muss, während Eure Schüler behaupten, dass ein Schüler nicht mit Yama, dem Todesengel, gehen muss." Gu­ru Gobind Singh erwiderte: "Gut, mor­gen kommen meine Schüler. Du solltest auch da sein, dann fragen wir sie, war­um sie das gesagt haben." Am nächsten Tag fragte Guru Gobind Singh dann ei­nen Seiner Schüler: "Wenn du den Kör­per verlassen musst und der Todesengel dich abholt, wie lange musst du dann mit dem Todesengel zusammenbleiben?" Er sagte: "Meister, durch deine Gnade wird die Zeit von einem Jahr auf sechs Mo­nate verkürzt." Dieser Schüler antwortete von der Ebene seines Verstandes aus. Er wusste nichts über die Kompetenz seines Meisters und gab deshalb diese Antwort. Dann stellte Guru Gobind Singh einem anderen Schüler dieselbe Frage, und die­ser erwiderte: "Meister, die Zeit kann bis auf drei Monate verkürzt werden." Schließlich fragte Guru Gobind Singh Bhai Daya Singh: "Sage du, Bhai Daya Singh, wie lange wird es dauern, wenn du zu gehen hast?" Und Bhai Daya Singh erwiderte: "Wo steht in den Lehren, dass der Schüler eines kompetenten Meisters mit dem Todesengel gehen muss? Was ge­schieht mit ihm? Er geht direkt in seine Heimat. Er geht dorthin, wohin sein Va­ter geht. Und was tut sein Vater, sein Gu­ru? Er kann euch in einem Augenblick über die Grenzen der drei Welten erhe­ben. Das ist Sein Werk – es ist wunderbar."

Wisst ihr, was zur Zeit des Todes ge­schieht? Farid sagte: "Oh ihr Krähen, ihr könnt das Fleisch meines ganzen Körpers haben und ihr könnt auch meine Knochen überall verstreuen, wenn ihr wollt, doch berührt nicht meine Augen, denn diese Augen sehnen sich nach der Ankunft mei­nes Meisters." Was geschieht beim Tod? Die Augen des Meisters und des Schülers werden eins; Er nimmt die See­le durch die Augen zurück. Wenn Mei­ster euch durch die Augen zurücknimmt, liegt Sein Herz hier (im Augenbrenn­punkt) und auch das Herz des Schülers ist dort. Das physische Herz hier kennt nur die Verhaftungen an die Welt. Mit die­sem Herz hat unser Gemüt seit langer Zeit zusammengearbeitet, und dieses Herz und das Gemüt haben es uns niemals er­laubt, hier (im dritten Auge) zu verwei­len – nicht einmal für einen Augenblick. So konnten wir niemals etwas von der Liebe Gottes, der Liebe der Meisterkraft erfahren. Wenn also die vier Augen eins werden, dann zieht Er die Aufmerksam­keit von hier aus zurück, auch wenn dar­über nicht viel in den heiligen Schriften steht. Seid aber einmal beim Weggang ei­nes Schülers dabei! Wenn er Meister an­genommen hat, sich Meister hingegeben hat, nach Seinen Anweisungen lebte, Sein wahrer Schüler wurde und alle Seine Ei­genschaften angenommen hat, wenn er von der Welt frei wurde und all sein Ge­ben und Nehmen beendet hat und sein Herz eine Wohnstatt der Liebe für alle war, weiß er all das. Bevor er geht, weiß er nicht nur was geschehen wird, wenn er geht, sondern er hat den Körper viele Male zuvor verlassen und weiß, wie man sich über den Körper erhebt und wie man zum Meister kommt. Doch es sind nur ganz wenige Menschen, die das können, und die die Liebe des Meisters in ihrem Herzen aufnehmen können.

Wenn man sich wirklich einmal über das Körperbewusstsein erhebt und nur ei­nen Tropfen dieses Bewusstseins erhält, ist man berauscht. Und was geschieht dann meist mit so jemandem? Er verliert seinen Kopf und sein Herz, er wandert nur noch umher und wird zu einem unnüt­zen Menschen in der Welt. Er kann hier nicht mehr leben und wird nur noch dar­an denken, wann er die Welt verlassen kann. Meister sieht das nicht als Vorteil an, sondern eher als Nachteil.

Dieser Körper wurde uns als Kapital gegeben. Der Körper steht in Verbindung mit den Pralabdh-Karmas, zu deren Ab­wicklung wir ihn erhalten haben. Er wur­de uns zu einem bestimmten Zweck ge­geben. Ihr mögt sagen, dass wir auf Grund der Auswirkung aus der Vergangenheit in diese Welt gekommen sind. Und diese Rückwirkungen (durch die wir den menschlichen Körper bekommen haben) müssen wir beenden. Solange noch Aus­wirkungen bestehen, die nicht aufgelöst wurden, können wir nicht gehen. Es sind diese Rückwirkungen, die uns immer und immer wieder in diese Welt zurückbrin­gen. Sonst gäbe es kein Problem für die Meisterkraft, die Seele auf der Stelle zurückzunehmen. Es gibt drei Arten von Karmas: Die eine wird Sanchit-Karma ge­nannt – das alte Karma aus der Vergan­genheit, dann das Pralabdh-Karma, durch das uns der menschliche Körper gegeben wurde, und dann das Karma, das wir in der Gegenwart neu bilden, wenn wir die Dinge nicht auf die rechte Weise hand­haben. Damit speichern wir wieder Rück­wirkungen, die zu Pralabdh-Karmas wer­den, und dann muss man wieder in den menschlichen Körper zurückkommen. Meister lehrt uns also, wie wir in der Welt leben können, ohne Rückwirkungen zu schaffen. Meister ist voller Schwingung, das bedeutet, Er gibt einen Tropfen die­ses Bewusstseins, und dieser eine Trop­fen genügt (um alles zu beenden). Ein Tropfen dieses Bewusstseins sind wir be­reits.

Es ist nur Seine Aufmerksamkeit, die in uns allen wirkt. Wird ein wenig von dieser Aufmerksamkeit gegeben, so hat das eine große Auswirkung auf das Le­ben des Menschen. Doch wann gibt Mei­ster diese Aufmerksamkeit? Wenn Er sieht, dass Sein Schüler nun geeignet dafür ist, (auf richtige Art) in der Welt zu le­ben. Meister gibt es ihm nicht, um sein Leben aus dem Gleis zu bringen. Er sagt: "Du musst wissen, was du zu tun hast; du musst in der Welt leben."

Ich habe euch schon einmal erzählt: Als ich initiiert wurde, gab Meister mir sehr viel – überreichlich Gnade. Damals dachte ich: "Oh Meister, jetzt verspreche ich dir, dass ich (dieses Mal) nicht für Dich sterben werde, sondern dass ich für Dich leben werde!" Ich sprach es nicht aus – es waren meine Gedanken. Ich wusste, dass ich für meinen Meister einstehen muss, denn die, die für ihren Meister nicht ein­stehen oder die es ablehnen, sich für ihren Meister einzusetzen, müssen die Reak­tionen in ihrem Leben ertragen und müs­sen sich den Rückwirkungen ihrer Kar­mas unterziehen. Wir müssen immer dar­auf achten, ob das, was wir tun, in Mei­sters Interesse ist oder ob es anderen Zie­len dient. Wenn es in Meisters Interesse ist, dann ist es gut. Denn das, was Mei­ster zugute kommt, kommt auch euch zu­gute. Meister hat keine andere Aufgabe, als für Seine Kinder zu leben. Er kommt nur für andere. Seine Aufgabe ist nicht die eines gewöhnlichen Menschen. Wir leben für unsere Kinder, und auch Er lebt für Seine Kinder. Doch Er weiß, wie Er sie von den Verhaftungen löst.

Als Guru Nanak sich auf seine Reise begeben wollte, sagte seine Schwieger­mutter: "Nanak, wenn du wirklich für so lange Zeit von zu Hause fortbleiben willst – wie, glaubst du, werden deine Kinder ohne dich leben können – warum hast du ihnen dann überhaupt das Leben ge­schenkt?" Er sagte: "Mutter, ich bin ge­kommen, um das Problem, das du jetzt für mich schaffen willst, aus dem Herzen anderer Menschen zu beseitigen. Meine Aufgabe ist eine andere. Ich bin gekom­men, um die Menschen von den Fesseln zu befreien, und du willst mir Fesseln anlegen – das werde ich nicht zulassen." Er kümmerte sich nicht darum, denn sie wusste nicht, dass der Meister nicht nur der physische Körper ist, sondern etwas, das weit darüber hinaus geht.

Als Guru Gobind Singh mit vierzig Seiner Schüler auf dem Schlachtfeld kämpfte, dachten einige bei sich: "Oh, un­ser Meister kämpft nur ständig und wir können nichts von ihm lernen." Sie setz­ten einen Brief auf: "Von nun an sind wir nicht mehr Eure Schüler und Ihr seid auch nicht mehr unser Meister!" Das schrie­ben sie und kehrten dann nach Hause zurück. Doch Guru Gobind Singh war das personifizierte Wort. Er hatte sich um al­le Familienangehörigen und die Kinder gekümmert. Denen, die mit Ihm kämpf­ten, gab er Schutz und Trost, und ihren Kindern und allen anderen gab er Leben. Alle Familienmitglieder waren sehr glücklich. Sie fühlten, dass ihre Männer und Söhne einer guten Sache dienten. Die Kinder sagten: "Unser Vater ging, um ei­ner hohen Aufgabe zu dienen." Sie wa­ren sehr glücklich. Doch jene, die diese Aufgabe erfüllen sollten sagten: "Tut Ihr es – das ist Eure Angelegenheit. Küm­mert Euch selbst darum – was haben wir schon davon?" Doch es war als selbstlo­ser Dienst gedacht!

Ihr wisst, was Meister tut – Er gibt die Essenz, Er gibt Barzahlung. Er gibt al­les, was wir während unseres ganzen Le­bens verdient haben, indem wir der Mei­sterkraft dienten, doch Er wird nicht er­lauben, dass wir es in der Welt ausgeben. Er behält es bei sich, denn der selbstlo­se Dienst bringt Hingabe hervor, und die­se verwendet Er nur für die Mission. Es ist etwas, was über den drei Welten liegt.

Der selbstlose Dienst schafft keine Rück­wirkung in der Welt. Der selbstlose Dienst wirkt sich über den drei Welten aus – er gibt in der Mission des Meisters Leben.

Wie ihr wisst, mussten manche Meister ihr Leben opfern. Aus welchem Grund? Um die Mission zu retten. Das ist selbst­loser Dienst. Das ist ein Opfer. Selbstloser Dienst oder unsere Wünsche für die höhe­re Sache zu opfern ist etwas Einzigarti­ges – es gibt nichts Vergleichbares. Wenn Meister einmal sagt: "Gut – tut es!", dann ist es unsere Pflicht, es zu tun.

Als der Sohn von Guru Gobind Singh auf das Schlachtfeld geschickt wurde, kam er noch zurück und bat den Vater um Wasser. Doch Guru Gobind Singh gab ihm kein physisches Wasser. Er sagte: "Das Wasser, das du in der Ewigkeit zu Dir nehmen wirst, das hast Du schon er­halten – warum kommst Du dann zurück und bittest um physisches Wasser? Geh und trink das Wasser des Lebens dort!" Er gab ihm kein Wasser.

So steht die Meisterkraft über den weltlichen Dingen, über der Blutsver­wandtschaft und all diesen Dingen, denn Sie gibt allen das Leben. Ihre Aufgabe ist ganz einzigartig. Bisher haben wir die­ses Leben noch nicht erlangt. Gewöhn­liche Menschen, die nicht wissen, wie man Meister dienen kann, können dieses Leben nicht erhalten – dies ist ein ewi­ges Gesetz. Je mehr selbstloser Dienst ge­tan wird, je größer das Opfer für die Sa­che des Meisters ist, desto schneller geht die Arbeit voran, desto schneller geht sie in die Herzen der Menschen. Das ist ein Gesetz, das nicht mit dem zu vergleichen ist, das in der physischen Welt gilt. Wer im Weltlichen zum Opfer wird und stirbt, verliert etwas, während der, der ihn be­siegte, sagt: "Ich habe jetzt die Ober­hand." Er gewinnt die Oberhand. Doch in der Mission des Meisters ist es so, dass durch das Opfer, das man bringt, der ne­gativen Kraft alle Macht entzogen wird. Wird ein Opfer gebracht, dann kann die negative Kraft sich nicht mehr auf den Beinen halten. Sie läuft dann davon und muss viele Dinge und viele Orte freige­ben, um von diesem Problem freizu­kommen. Dann ist die Mission der ne­gativen Kraft überall in der Welt zer­schlagen.

Zum Schluss möchte ich euch nur noch eines sagen: Jeder kennt das höchste Ziel seines Lebens und weiß, dass es der Zweck des menschlichen Lebens ist, ein gutes Ende zu haben. Mit Meister ver­vielfältigen sich unsere guten Eigen­schaften, und man kann zur Wohnstatt al­ler Tugenden werden. Meister ist die Wohnstatt aller Tugenden, Seine Schät­ze sind unerschöpflich. Ihr mögt sie ge­brauchen, soviel ihr wollt, doch sie wer­den sich immer mehr vervielfältigen. So wie eure Intelligenz zunimmt, wenn ihr sie gebraucht, so wachsen auch diese Schätze. Hängt aber etwas mit dem ne­gativen Weg zusammen, so müssen wir für jeden unserer Wünsche etwas geben, und dabei verlieren wir etwas. Wir ver­lieren unsere Tugenden, wenn wir Wün­sche haben. Mit jedem Wunsch müssen wir etwas von unseren Tugenden herge­ben. Ihr wisst, ein habgieriger Mensch ver­liert all seine Tugenden und ist schließ­lich von anderen abhängig. Wenn jemand sehr viele Wünsche hat, dann verkürzt sich sein Leben, er verliert Kraft und kann weniger lange in der Welt leben. Und wenn er lebt, dann lebt er wie ein Toter.

Das sind nur Zitate von verschiedenen Meistern – das sage nicht ich euch. Ich zi­tiere nur die Lehre verschiedener Meister. Sie sagen uns: "Wo liegt das Problem, dass ihr nicht mit Meister lebt, dass ihr nicht mit guten Gedanken lebt, dass ihr nicht für die rechte Sache lebt, die ihr jetzt kennt?" Wir sitzen alle zusammen, und jeder kennt den Zweck des menschlichen Lebens. Warum schieben wir die Dinge auf? Was ist der Grund dafür? Niemand zwingt euch – ihr seid frei. Wenn ihr etwas in der richtigen Richtung tut, wird es euch al­len zugute kommen. Es wird euch in eu­rem Heim und in den Familienangele­genheiten nützen und überall, wo eure Aufmerksamkeit hingeht. So sagen die Meister, dass wir einen doppelten Nutzen erhalten. Wenn wir Meister gehorchen, verlieren wir nichts, sondern gewinnen den Zweck des menschlichen Lebens.

Wir haben uns in der Welt zersplittert und unser Ziel in der Welt aus den Au­gen verloren, und so war auch unsere Aufmerksamkeit immer zerstreut, als wir die Welt wieder verlassen mussten. Um diese Aufmerksamkeit wieder zurück­zuerhalten, sind wir wieder und wieder in die Welt gekommen. Jetzt ist es also höchste Zeit. Die, die bereits etwas tun konnten, sind dem Meister sehr lieb, und auch jene, die noch nichts tun konnten, sind Ihm lieb. Das ist kein Problem für Ihn. Er liebt jeden. Doch die Probleme, die der Mensch für sich selbst schafft, muss er überwinden. Ihr wisst, was ihr sät, das müsst ihr ernten, und auch dreschen müsst ihr es. Daran führt kein Weg vorbei. Das sind Rückwirkungen, die ein Meister nicht aufheben wird. Meister sagt: "Gut, ihr habt es gesät, nun geht und beendet es!" So ist all das, was wir ge­schaffen haben, was (in unseren Augen) so schön aussieht, eine Schöpfung des Menschen. Wir sagen, Gott hätte es ge­schaffen. Nein! Gott hat uns gesandt: "Geht und kommt zurück!" Er sagte so viele Dinge, doch das Wichtigste war: "Ich war mit euch, Ich bin noch immer bei euch, und ihr könnt davon den besten Gebrauch machen. Wenn ihr frei ge­worden seid, dann kommt mit mir!"

Wie groß ist diese Kraft, dass Sie uns niemals verlässt! Er verlässt nicht einmal den sündigsten Menschen in der Welt. Er bleibt auch bei Ihm. Denn es gibt Hoffnung für jeden. Doch wenn diese Hoff­nung, diese Chance hinausgezögert wird, immer und immer wieder verschoben wird, dann kommt es soweit, dass man keinen Gebrauch mehr von dieser Zeit machen kann, und dann muss man mit lee­ren Händen gehen.

Guru Gobind Singh gab uns ein De­monstration davon im Äußern: Er sag­te zu jemanden: "In sieben Tagen wirst du den Körper verlassen müssen." Die­ser Mann nahm keine Nahrung mehr zu sich und wurde sehr schwach. Am sieb­ten Tag sagte Guru Gobind Singh: "Komm her, was ist mit dir geschehen?" Der Mann sagte: "Morgen muss ich mei­nen Körper verlassen." Guru Gobind Singh erwiderte: "Du hattest sieben Ta­ge, doch ich habe nicht einmal einen Au­genblick. Ich lebe nur für Gott und weiß nicht, wann Er mich zurücknehmen will. Wenn Er die Anweisung gibt, dann muss ich augenblicklich gehen." Niemand ist darauf vorbereitet – es sind nur die be­wussten Mitarbeiter am Göttlichen Plan, die immer bereit sind zu gehen. Denn sie wissen, dass sie in die Welt gesandt wur­den: "Wenn eure Arbeit getan ist, dann geht ihr zurück." Wenn ihr irgendwo ar­beitet, dann geht ihr auch, wenn eure Dienstzeit beendet ist – ihr bleibt keine Minute länger. Ihr sagt: "Die Zeit ist zu Ende – ich muss nun gehen!" In einem sol­chen Zustand leben jene, die das My­sterium des Todes gelöst haben. Und wir? Wir wollen dem Tod entfliehen. Aber lei­der kann der Mensch dem Tod nicht ent­rinnen, er kann nicht vor ihm davonlau­fen, er wird gefasst und muss zurückge­hen. Sonst würde der Mensch durch seine selbst geschaffenen Wünsche und Ver­haftungen immer in der Welt leben wol­len.

Der Grund, warum diese Dinge immer und immer wieder gesagt werden, ist, dass wir wirklich etwas für uns selbst tun soll­ten. Wir sollten es niemals vergessen, son­dern gleich in die Tat umsetzen. Meister sagt: "Lebt jetzt so, wie ihr leben wollt. Denkt einen Moment nach, was für euch das Wichtigste ist." Ihr werdet dann sa­gen: "Das ist es nicht – und das ist es ebenfalls nicht." Lassen wir es beiseite. Es sind nur die äußeren Ausdrucksfor­men, die euch ganz umgeben, und aus de­nen ihr nicht herausfindet. Wenn ihr al­les, so betrachtet, dann werdet ihr alles beiseite lassen und sagen: "Das ist nicht gut und das ebenfalls nicht und das auch nicht!" Es ist unsere Aufmerksamkeit, die sich manifestiert hat, sie hat sich überall vervielfacht und umgibt uns, und nun fin­den wir keinen Weg hinaus. Meister sagt: "Nehmt erst einmal eines dieser Dinge und lasst es beiseite. Verwendet es nur in dem Maß, wie ihr es wirklich braucht, nicht mehr. Dann macht es mit allen an­deren Dingen genauso, und ihr werdet se­hen, wie ihr von allem losgelöst sein wer­det." Ihr werdet die Dinge gebrauchen und gleichzeitig davon losgelöst sein. Wenn ich sehe, dass ich hier nicht ge­braucht werde, warum soll ich dann dort­hin gehen? Wenn ich dennoch dorthin ge­he, wird es mich sehr beeinträchtigen – warum sollte ich also dorthin gehen? Die Leute wissen einfach nicht, wie sie sich von den Verhaftungen lösen sollen.