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Home Dr. Harbhajan Singh Theorie und Praxis der höheren Werte des Lebens
Theorie und Praxis der höheren Werte des Lebens


Von Dr. Harbhajan Singh, St. Gilgen/Österreich, 1986

Sant Kirpal Singh lehrt die universale Lehre, die der Seele eingeboren ist; keinen Ismus (starrer Glaubenssatz), keine Sekte, nichts dergleichen. Er lehrt die höheren Werte des Lebens. Was Er die Welt lehrt, ist etwas sehr Wichtiges. Die meisten kom­men, um ihren eigenen Glauben, ihren Ismus und ihre Sekte zu lehren. Er aber sagt:

"Die Essenz der Religion ist bereits vorhanden, sie ist der Seele eingeboren. Gott schuf den Menschen und der Mensch die Religion. Die vollkommene, wahre Lehre ist bereits in euch."

Der Zweck des menschlichen Lebens ist also ein anderer, als wir gewöhnlich den­ken. Er ist direkt mit den höheren Werten des Lebens verbunden. Um die höheren Werte des Lebens zu verwirklichen, müssen wir eine sehr genaue Entscheidung in un­serem Leben treffen, die wir danach nicht mehr ändern sollten. Der Zweck des menschlichen Lebens ist einer, wir haben dieselben Schwierigkeiten und auch die Lö­sung ist für alle ein und dieselbe. Wir leiden an der gleichen Krankheit und unser Meister – die Gotteskraft – ist einer. Er lehrt die Einheit, und wir müssen danach leben. Aus diesem Grund müssen wir die höheren Werte des Lebens erlangen.

Ihr wisst bereits alle, dass wir nicht der Körper sind, sondern der Bewohner des Körpers. Wir sind also mehr als der Körper, und so geht auch unsere Aufgabe über das hinaus, was wir bis jetzt gelernt haben. Wir müssen den besten Nutzen aus die­sem menschlichen Körper ziehen. Wir müssen wissen, was notwendig ist für uns, und wie weit und in welchem Ausmaß uns etwas dienlich sein kann. In der sengenden Hitze der Sonne können wir den Schatten und Duft eines Baumes genießen, aber wir können all das nicht festhalten. Ebenso können wir – während wir im Körper sind – den Zweck des menschlichen Lebens lösen, doch wir können den Körper nicht festhalten. Diejenigen, die versuchen ihn festzuhalten, werden das Leben verlieren. Diejenigen, die ihn loslassen, das bedeutet, zu lernen sich über den Körper zu erhe­ben, werden das Leben erhalten.

Wir alle haben also den Körper zu verlassen. Das ist ein fundamentales Gesetz und es gibt keine Ausnahme von dieser Regel. Diese Wahrheit haben wir jedoch verges­sen. Die Tatsache, dass wir den Körper verlassen müssen, sollte uns an den Zweck des menschlichen Lebens erinnern. Meistens jedoch wenden wir uns anderen Dingen zu und aus Unwissenheit vergessen wir unser Ziel. Unserer wahren Aufgabe geben wir nicht die entsprechende Aufmerksamkeit, und manchmal vergessen wir sie sogar. Meister sagte: "Nicht Gotterkenntnis ist schwierig, sondern die Menschwerdung." Wo beginnt nun die Menschwerdung? Wie wird man Mensch? Dies ist eine Entwick­lung, die im Inneren beginnt.

Wir müssen uns unserer Gefühle sehr bewusst sein und die Notwendigkeit der höhe­ren Werte erkennen, denn diese werden sich uns nur enthüllen, wenn wir danach ver­langen, sonst nicht.

So solltet ihr das Gesagte sehr genau und ernsthaft in euch aufnehmen, und wenn ihr alles in Bezug auf die höheren Werte des Lebens verstanden und verarbei­tet habt, dann werdet ihr bewusst.

Ihr werdet dann keinen Fehler mehr begehen, nicht einmal in Gedanken. Die Aus­wirkungen eurer Taten liegen dann wie ein offenes Buch vor euch. Ihr könnt alles wahrnehmen, ihr könnt alles erkennen, sogar in Gedanken seid ihr dann frei von den Rückwirkungen. Jetzt tun wir manchmal etwas, von dem wir wissen, "Nein, ich hätte es nicht tun sollen", aber wir tun es immer wieder. Wenn wir eine Handlung immer wieder tun, so wird sie zur Gewohnheit, und aus Gewohnheit bildet sich das Karma, das wir zu tragen haben. Jene, die solche Karmas geschaffen haben, können sie hier im physischen Körper sehr leicht lösen, wenn sie um die höheren Werte des Lebens Bescheid wissen. Dieses Thema ist sehr einfach, denn es ist die Wirklichkeit.

Den Weg der Wirklichkeit (den wahren Weg) zu ge­hen, ist sehr einfach, alles geht reibungslos und ruhig vor sich. Es kann kein Problem geben. Dieser ganze Weg ist hell und klar.

Ihr wisst, Hafiz (ein persischer Dichter) sagte, dass der Weg sehr gefährlich sei und man weder das Leben erlangen, noch sterben könne. Es gäbe Untiefen auf dem Weg, in denen man leicht ertrinken könne und aus denen es kein Entkommen gäbe; nur die Meisterkraft kann helfen. Bhai Nandlal (ein Schüler von Guru Gobindh Singh) dage­gen sagte: "Auf dem Weg habe ich nichts dergleichen gesehen. Der Pfad ist ganz klar, leicht und reibungslos zu beschreiten. Ich bin bereits jetzt im Schoss meines Va­ters und auch danach werde ich es sein. Es gibt keinen Ort wo Er nicht ist." Alles ist für Bhai Nandlal klar und offen. Dies bewirken nur die höheren Werte des Lebens. Wer sie erlangt, in dessen Augen ist dann alles ganz klar und offen.

Probleme, die wir nicht jetzt im Leben lösen können, werden immer größer und größer und setzen sich im Gemüt fort, und dann ist es sehr schwierig, die Wurzeln zu durchtrennen. Diese Probleme werden dann zu Untiefen und Fallgruben auf dem Weg. Der Weg wird dann für jemanden, der die höheren Werte des Lebens nicht er­langt hat und sie in diesem Leben nicht verwirklicht hat, sehr gefährlich. Es ist sehr wichtig, dies zu erkennen.

Wenn ihr versucht, den theoretischen Aspekt des Lebens zu verstehen, und dann eine Entscheidung trefft, wird die Meisterkraft euch etwas geben, womit ihr beginnen könnt – dies ist die erste Stufe. Doch der zweite Schritt beginnt mit den höheren Werten des Lebens. Wenn ihr sie praktiziert, werdet ihr auf all eure Fragen sofort die Antworten erhalten. Was auch immer kommen mag, für jede Sünde gibt es auch ein Heilmittel. Alles ist bereits vorhanden: Wenn sich eine Frage erhebt, ist die Antwort bereits da. Wenn eine Krankheit ausbricht, ist das Heilmittel bereits vorhanden.

So geht also beides Hand in Hand und der Weg wird sehr klar für denjenigen, der danach verlangt. Für die Erlangung des höheren Bewusstseins müssen wir unser Leben praktizieren.

Von einer Sünde loszukommen ist Praxis, das ist keine Theorie. Über eine Sünde Bescheid zu wissen ist Theorie, sich jedoch von ihr zu befreien, das ist Praxis. Um höheres Bewusstsein zu erlangen, gehen Theorie und Praxis Hand in Hand. Ihr wisst über die Sünde Bescheid und befreit euch davon. Was auch immer in den Heiligen Schriften über den Zweck des menschlichen Lebens geschrieben wurde, ist Theorie. Es zu praktizieren und sich über das Körperbewusstsein zu erheben, ist eine prakti­sche Sache.  Erwachte Menschen oder Heilige, sind ein Symbol der höheren Werte des Lebens. Sie haben sie bereits erlangt und können auch anderen helfen, sie zu ver­wirklichen.

Um die höheren Werte des Lebens zu erlangen, müssen wir sehr vieles lernen. Meister sagte: "Wenn ihr euch zu einem solchen Leben entschließt, werdet ihr vollkom­men bewusst werden und keinen der früheren Fehler mehr begehen." Haltet ein, wo ihr gerade seid. Wenn ihr keinen Fehler mehr begeht, der euer Bewusstsein tötet, wer­det ihr bewusst werden. In welcher Hinsicht seid ihr bewusst und worüber? Ihr seid euch über das Leben, seinen Zweck und sein Ziel, über die Sünden und wie ihr sie überwinden könnt, über verletzende Gedanken und Gefühle und über Vergeben und Vergessen bewusst, und ihr wisst, was Demut ist. All diese Dinge sind in den höheren Werten des Lebens enthalten. Sie beziehen sich direkt auf den Menschen (und wur­den uns gegeben) um das höhere Bewusstsein zu verwirklichen.

Jetzt gibt es Dinge, denen ihr nicht genug Beachtung schenkt und denen ihr nicht die volle Aufmerksamkeit gebt, weil ihr glaubt, das sei nicht nötig. Wenn ihr aber be­wusster werdet und diesen Dingen Aufmerksamkeit gebt, werden sie euch als große Sünde erscheinen. Angenommen, es befindet sich eine Grube im Boden, die mit Gras überdeckt ist. Ihr wisst daher nicht, dass hier eine Grube ist und auch nicht, was dar­innen ist. Wenn ihr jedoch ein wenig Wasser in das Loch gießt, so werden einige In­sekten herauskommen. Gießt ihr mehr Wasser hinein, so werden mehr Insekten zum Vorschein kommen. Genauso ist es bei uns: Wenn ihr über ein Problem Kenntnis er­langt und ihr ihm die entsprechende Aufmerksamkeit schenkt, dann werden mehr Dinge hochkommen.

Aufmerksamkeit zu geben bedeutet, sich seiner Schwächen bewusst zu werden und sie dann dem Mei­ster zu übergeben. Denn dann brauchen wir Seine Hilfe und auch unsere Mithilfe ist nötig, um sie zu lö­sen.

Es ist ein Teil der Lehre, dass uns Meditation dabei hilft, bewusster zu werden. Ihre Aufgabe besteht darin, Liebe für den Meister hervorzubringen und das hö­here Bewusstsein zu erlangen; zu diesem Zweck ist die Meditation gedacht. Das allein ist jedoch nicht ausreichend. Wir müssen auch das Pralabdh Karma, das mit unse­rem physischen Körper zusammenhängt, bewältigen. Wenn diese Dinge Hindernisse in unserem Leben bleiben, dann können wir nicht einmal den Zweck des menschli­chen Lebens erfüllen und kein höheres Bewusstsein erlangen, während wir im Körper leben. Wir müssen lernen, von diesen Problemen loszukommen. Wenn wir fortfahren zu meditieren, jedoch das Rätsel unseres Lebens nicht lösen, dann können wir niemals im Leben bewusste Menschen werden; das ist jedoch der Zweck.

Wir müssen daher gleichermaßen darauf bedacht sein, unsere Probleme im Leben zu lösen, ansonsten können wir uns nicht in ein höheres Bewusstsein erhe­ben. Es ist keine leichte Aufgabe, aber es kann zu ei­ner solchen werden, wenn wir ihr die entsprechende Aufmerksamkeit geben.

Wenn ihr die höheren Werte gelebt und praktiziert habt, wohin werdet ihr dann gehen, wenn ihr den Körper verlassen habt? Euer Aufenthaltsort wird auf der Ebene höheren Bewusstseins sein, in der bewussten Ebene. Ihr werdet all die materiellen und spirituellen Ebenen durchqueren und sofort in die bewusste Ebene gehen. Dies ist die Lehre der Meister.

In dieser Welt ist für Meister von Bedeutung, wie weit der Schüler zur Bewusstheit erwacht ist. Wenn einer sein ganzes Leben lang meditiert, aber nicht bewusst ist, so kann er nicht in höhere Bewusstseinsebenen gebracht werden. Er muss dort stehen bleiben, wo seine Wünsche und Emotionen sind. Nur wenn einer voll bewusst wird, gelangt er über das Körperbewusstsein. Viele Meister sprachen darüber, dass man in der Welt bewusst leben muss.

Ist man bereits in der Welt bewusst, dann ist man auch beim Verlassen des Körpers bewusst. Ihr werdet in der Bewusstheit bleiben und niemals in die Schöp­fungsebenen gelangen, in denen es Materie gibt.

Schlechte Gedanken und Gefühle anderen gegenüber sind das große Hindernis im Menschen. Er hat nicht aufgehört, schlechte Gedanken und Gefühle zu haben, und nimmt die üblen Gedanken und Gefühle der anderen in sich auf. Er kann anderen bei der Lösung ihrer Probleme und verletzenden Gedanken und Gefühle nicht hel­fen, sondern gibt diesen auch noch in seinem Herzen Platz. Wenn wir unsere Taten und unser Verhalten durchschauen, können wir viele Lektionen aus unserem eigenen Leben lernen.

Beachten wir all diese Dinge mit gebührender Auf­merksamkeit, dann gibt es Chancen, die höheren Werte des Lebens zu erlangen.

Wenn ihr den Problemen keine Aufmerksamkeit schenkt, dann wird alles im Inne­ren in Wolken gehüllt sein. Was immer ihr tut, ihr solltet bedenken, ob es in eurem Interesse, das heißt, im Interesse der Bewusstwerdung ist. Wenn das nicht der Fall ist, dann lasst ab davon. Schenkt von heute an eurem Tun die gebührende Aufmerksam­keit, dann wird die verhüllende Wolke langsam entfernt werden.

Die Heiligen Schriften erwähnen Gott, doch Gott ist nicht in den Heiligen Schriften. Man betet überall, und überall finden Gottesdienste statt, doch Gott ist nicht dort. Gott ist im menschlichen Körper.

Es gibt zwei Aspekte: Der eine ist, dass wir die Wirklichkeit nicht selbst gesehen ha­ben, sondern uns von unseren Gefühlen leiten lassen und Schlussfolgerungen ziehen. Beide sind jedoch dem Irrtum unterworfen. Der andere Aspekt ist, zuerst zu sehen und dann zu erkennen. Was ist besser? Wir können es leicht verstehen was das Bessere ist. Jedoch um dies erlangen zu können, müssen wir die höheren Werte des Lebens erkennen. Sie werden den Menschen in die rechte Richtung führen. Durch sie wird man schließlich wahr zu sich selbst.

Es ist der Beginn der höheren Werte des Lebens, wenn wir wahr zu uns selbst sind. Dies wird uns zu ei­nem ruhigen Leben und zu einem höheren Bewusst­sein verhelfen.

Man kennt die Ursache der Auswir­kung von allem. Man weiß über alles Bescheid, was aus dem Herzen kommt und wieder ins Herz geht.

Handlungen bringen Reaktionen hervor, wir aber wissen nicht einmal über unsere Handlungen Bescheid. Wenn man vom Gemüt, den nach außen gehenden Kräften des Gemüts und den Fesseln der Welt frei wird, kann man zumindest auf eine Stufe gelangen, wo man die höheren Werte des Lebens beginnen kann. Der theoretische Aspekt lehrt uns, wie wir Gott praktisch verwirklichen können. Wir müssen jedoch den theoretischen Aspekt verwirklichen. Haben wir ihn verwirklicht, dann haben wir die höheren Werte des Lebens erlangt. Theorie und Praxis gehen Hand in Hand.

Durch die höheren Werte des Lebens werdet ihr bewusst und diese Bewusstheit wird euch weiterbringen. Wenn wir zum Beispiel auf der Straße gehen und ein bestimmtes Ziel haben, dann wissen wir, in welche Richtung wir zu gehen haben, denn wir ken­nen das Ziel. Manchmal haben wir jedoch kein Ziel, und wir sagen: "Gut, lasst uns ein wenig spazieren gehen." Wir wählen zwar eine Richtung und möchten nicht in ei­ne andere gehen, aber wir wissen nicht, warum wir nicht in eine andere Richtung ge­hen wollen. Wenn ihr bewusst geworden seid, dann wisst ihr genau, warum ihr nicht in eine andere Richtung gehen wollt, welche Schwierigkeiten es dort geben würde oder warum euch euer Gemüt oder eure Aufmerksamkeit zwingt, in die andere Rich­tung zu gehen. Jetzt wisst ihr es nicht und ihr könnt nicht unterscheiden. Wenn ihr aber bewusst werdet und die höheren Werte des Lebens kennt, können euch selbst die subtilsten Dinge nicht mehr betreffen. Ihr mögt dann in die eine Richtung gehen oder auch nicht, immer aber wisst ihr, welche Auswirkung es hat, wenn ihr hierhin oder dorthin geht.

Das sind also die kleinen Dinge, die einfach zu verstehen sind. Solange ihr diese feinen Dinge nicht wahrnehmt, die in eurem Leben geschehen, die überall in der At­mosphäre liegen und direkt oder indirekt mit uns verbunden sind, könnt ihr nicht frei werden von Ursache und Wirkung. Bitte versucht es zu verstehen. Es ist ein sehr hei­kles und subtiles Thema, aber wir müssen uns mit den subtilen Lebensfragen befas­sen. Heikel und subtil ist so zu verstehen, dass wir es bisher versäumt haben, den klei­nen, kleinen Problemen die entsprechende Aufmerksamkeit zu geben. Nach diesen kleinen, kleinen Problemen kommen jedoch noch feinere Probleme, die wieder zu Hindernissen werden. Wenn ihr über all diese Dinge Bescheid wisst, dann könnt ihr die höheren Werte des Lebens verwirklichen. Das ist dann ein Erwachen. Wir aber gehen noch nicht in diese Richtung. Wir müssen jedoch in diese Richtung gehen, denn die Meisterkraft steht über all diesen Dingen. Sie kann uns darüber erheben. Meister sagt: "Eine Zeit wird kommen, wenn sich jenes Erwachen, das sich jetzt er­hebt, überall in der Welt ausbreiten wird." Wir können sagen, Meister Sant Kirpal Singh, hat uns die höheren Werte des Lebens gelehrt. Ihr mögt überall in der Welt danach suchen, ihr werdet es nicht erhalten.

Die höheren Werte des Lebens zusammen mit der praktischen Erfahrung zu geben, dies ist Seine Ar­beit, es ist Gottes Werk.

Meisters Weg ist ganz offen und Er weiß, wann und aufweiche Art Er etwas geben wird. Es wird eine Revolution in der Welt hervorrufen, denn es ist über den Etiket­ten, den Riten, Ritualen und Religionen.

Durch diese höheren Werte des Lebens gibt Meister dieses Erwachen direkt im Innern. Diese Erfahrung wird kommen. Es ist eine Abkürzung, um unsere Be­stimmung schneller zu erreichen.

Ein solcher Abkürzungsweg war zuvor nicht möglich, sage ich euch. Das werdet ihr allein durch die Praxis erkennen, wenn ihr euch im Innern erhebt. Dann wird euch Meister helfen, die Tatsachen zu erkennen.

Durch Sant Kirpal Singh ist dieser Weg für uns zugänglich geworden. Er wird nun Sein Werk auf diese Weise ausführen, denn es gibt viele, die nach Ihm, nach Gott, verlangen, und denen es nicht möglich ist, Ihn zu finden. So wird Er es direkt enthül­len. Er wird Seine Arbeit tun. Meister hat viel mehr Möglichkeiten, als die gefährli­chen Launen des Schicksals, die den Menschen umgeben und ihn gefangen halten. Dies sind Tatsachen, doch wer weiß davon? Niemand versucht es zu erkennen, nie­mand ändert seinen Blickwinkel.

Je mehr sich die Welt zum Schlechten wandelt, desto mehr werden Menschen ver­suchen zu verstehen. Je beengender die Zustände werden, um so mehr verlangt der Mensch nach Freiheit. Jetzt ist er immer frei, und so hat er die Bedeutung der Frei­heit vergessen. Er hat den freien Willen, den Willen Gottes aber kennt er nicht. Ist er aber in der Falle gefangen, versucht er alles, um sich zu befreien. Wenn also die Zu­stände in der Welt beengend und schrecklich sind, verlangt der Mensch nach all die­sen Dingen und dann kann sein Bedarf gestillt werden.

Für Meister ist es kein Problem, den Schüler in einem Augenblick über das Kör­perbewusstsein zu erheben, doch die Empfänglichkeit des Schülers ist notwendig. Wir kennen Seine Kompetenz noch nicht. Es gibt keinen Mangel an Gnade, wohl aber an empfänglichen Menschen, an guten Menschen. Wir sollten Liebe für Meister ha­ben und versuchen, Ihn kennenzulernen. Wüssten wir um Seine Kompetenz Bescheid, könnte die ganze Arbeit sehr schnell getan werden.

So kann Meister alles nur entsprechend unserer Empfänglichkeit regeln. Wenn wir Ihn aber nicht brauchen, wie kann Er uns helfen? Das Gesetz von Bedarf und Versorgung wirkt immer. Wenn die Menschen es brauchen würden, würde die Meister­kraft ihnen zu Hilfe kommen. Doch jetzt verlangen die Menschen nicht danach, sie sind mit der Welt identifiziert, und identifizieren sich immer mehr. Wie wird ihnen die Meisterkraft zu Hilfe kommen? Jene, die ihre Verhaftungen lösen wollen und von der Welt und von der weltlichen Atmosphäre frei werden wollen, erhalten zu­mindest den menschlichen Körper, um erkennen zu können. Die Meisterkraft kommt ihnen dann Millionen von Schritten entgegen und hilft ihren Kindern. Auch dies ist ein ewiges Gesetz.

Alle Möglichkeiten sind also vorhanden, aber für wen? Für die, die nach Ihm verlangen, nicht für alle. Wie soll Er zu denen kommen, die Ihn nicht brauchen? Er wohnt in unserem Her­zen. Ist das Herz aber voller Schmutz, wie kann Er dann dort wohnen? Sogar ein Hund fegt den Platz, auf den er sich setzt, mit den Schwanz sauber. Selbst er will ei­nen ordentlichen und sauberen Platz, um sich niederzulassen. Er setzt sich nicht in den Schmutz. So will wenigstens die Meisterkraft, die Gotteskraft, die der König der Könige ist, ein gutes, sauberes Herz, um dort zu wohnen. Wohnt Er einmal darin, wird Er nie mehr fortgehen. "Ich werde dich nicht verlassen, noch versäumen, bis ans Ende der Welt", sind die Worte Christi.

Diejenigen, die empfänglich sind, nehmen sich alles zu Herzen und tun es sofort. Sie entschieden ihr Le­ben und änderten diese Entscheidung nicht mehr. Ihnen kann von innen her sehr viel geholfen werden. Die Meisterkraft kommt dann sofort, in einem Augenblick ist sie bereits da. Denn diejenigen, die die Theo­rie sobald wie möglich in die Praxis umsetzen, denen kommt Meister zu Hilfe und kontrolliert die ganze Situation. Für Ihn gibt es keinen Zeitfaktor und keine Entfer­nung, denn es ist etwas, das vom Herzen kommt.