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Home Dr. Harbhajan Singh In Zeiten größter Not kommt der Vater selbst
In Zeiten größter Not kommt der Vater selbst


Von Dr. Harbhajan Singh, 19. Januar, 1985

Wir denken viel darüber nach, wie wir unser Leben in der Welt am besten  gestalten können, machen uns aber kaum Gedanken, wie wir die Welt ver­lassen können. Aber das ist sehr wichtig. Unser Zweck ist jetzt zu überlegen, wie wir die Welt am besten verlassen können. Es gibt sehr viele Verhaftungen in der Welt, und diese ziehen Stolz und Ego nach sich.

Im Gurbani heißt es: Der Körper ist ein Morast und unsere Seele ist ein Frosch darin, der herauszuspringen versucht, aber aus dem Morast nicht entkommen kann. Da wir denken, dass wir nicht dazu fähig sind, versuchen wir erst gar nicht, das Problem zu lösen.

Meister aber sagt: "Beginnt, und entwickelt mit Stolz und Ego Liebe für Ihn." Wir gebrauchen Stolz und Ego für weltliche Dinge – gebraucht sie also, um mehr Liebe für die Meisterkraft zu entwickeln. Meister sagt, dass dies sehr wichtig ist. Unser Körper ist wie der Schatten eines Baumes, an dem ihr euch erfreuen könnt, den ihr aber nicht festhalten könnt. Meister vergleicht den Körper mit dem Schatten eines Baumes. Wir sollten erkennen, wozu der Körper notwendig ist: Nur im menschlichen Körper können wir uns selbst und Gott erkennen. Das ist der Zweck. Aber wir sollten uns nicht an den Körper klammern. So wie wir den Baum betrachten und uns seines Schattens erfreuen, den wir jedoch nicht festhal­ten können, da es jenseits unserer Möglichkeiten liegt, sollten wir keine Verhaf­tung an den Körper haben.

Meister sagt: "Euer Leben ist wie ein Luftbläschen im Wasser; ihr könnt es be­trachten, aber ihr könnt es nicht anfassen. Ihr könnt euch an seiner Schönheit er­freuen und sehen, wie es sich formt und wieder verschwindet, aber ergreifen könnt ihr es nicht. Ihr habt keine Macht darüber." Ähnlich können wir das Myste­rium des Todes lösen: Wir leben in einem wunderbaren Haus (dem Körper), über das wir aber nicht die Herrschaft haben, denn alles liegt in der Hand der Meisterkraft, der Gotteskraft. Er kontrolliert dieses Haus. Solange wir noch nicht Mitar­beiter am göttlichen Plan geworden sind, liegt das nicht in unseren Möglichkei­ten.

Es gibt vier Jahreszeiten in der Natur. Der Herbst ist die Zeit, in der die Bäume ihre Blätter verlieren. So wie der Baum müs­sen auch wir unsere alten Gewohnheiten abwerfen. Bald kommt der Frühling, lasst die neuen Knospen wachsen! Die Verhaftungen jedoch sind ein großes Pro­blem. sagt: Der Baum leidet sehr darunter, denn er weiß nicht, dass er neue Knospen und Blätter bekommen wird.

Wir sind wie Reisende in einem Zug. Manche Leute wissen jedoch nicht, wie man in der Welt reist, sie müssen es erst lernen. Manche verlassen ihr Haus nur für einen Tag um zu reisen und sind danach bereits müde, und andere reisen um die Welt ohne zu ermüden und haben Gefallen daran. Worin liegt der Unter­schied? Angenommen ihr reist im Zug und wollt mit jemandem Freundschaft schließen und mit ihm sprechen. Es kann jedoch nur für einen flüchtigen Augen­blick sein, denn ihr kennt euer Reiseziel, und auch jener Reisegefährte kennt es. Ihr habt euren Sitz gebucht und wollt keinen Zentimeter davon hergeben. Er­reicht ihr jedoch euren Bestimmungsort, dann müsst ihr ihn verlassen. Keiner kann sich an ihm festklammern. Zu dem Reisegefährten, mit dem ihr ein gutes Gespräch hattet, mit dem ihr Freundschaft geschlossen habt, könnt ihr sagen: "Vielleicht sehen wir uns später einmal wieder." Da euer Ziel gekommen ist, müsst ihr euch trennen. Ihr sagt nicht: "Weil du mit mir Freundschaft geschlossen hast, will ich nun mit dir reisen." So jemand ist kein guter Reisender, denn er ver­gisst sein Ziel. Wer aber zu reisen versteht, sagt: "Auf Wiedersehen, ich gehe jetzt, denn mein Reiseziel ist nun erreicht."

Meister sagt: "Lebt auf diese Art in der Welt." Ihr wisst, dass niemand euch be­gleiten wird; kein Freund wird mit euch gehen. Wenn ihr euren Bestimmungsort erreicht habt, muss eure Seele alleine gehen. Ihr müsst den Zug, diese Welt, ver­lassen. Ihr könnt nicht hier bleiben. Auch die anderen wissen das und können euch nicht helfen. So müssen wir lernen, die Verhaftungen, die weltlichen Din­ge, loszulassen. Noch sind Stolz und Ego in uns, doch einige Meister sagen: Gut, wenn Stolz und Ego in euch sind, dann gebraucht sie für den Meister. Entwickelt die Liebe für Meister mit Hilfe dieses Egos und Stolzes, dann gebraucht ihr es für das Gute. Wenn ihr auf etwas stolz seid, setzt es für Meister ein und entwickelt mit eurem Ego Liebe für Ihn. Weil wir Stolz und Ego aber als Nahrung für das Gemüt verwenden, bringen sie uns in die falsche Richtung.

Kürzlich haben wir über bestimmte Dinge im Zusammenhang mit der Lehre von Kabir gesprochen. Es sind sehr wichtige Dinge, die bisher vernachlässigt wurden. Die Lehre von Kabir ist sehr direkt. Angenommen es gibt im Inneren oder Äußeren Unklarheiten und wir betrachten es als Bescheidenheit, diese Din­ge nicht zu klären, leiden wir selbst und lassen auch andere darunter leiden. Das ist keine Bescheidenheit! Meister hat eine sehr direkte Art, die Dinge auszu­drücken. Er sagt: "Gebt den Menschen die Dinge offen, sie sollten sie auf ganz deutliche Weise erfahren, damit es keinen Missbrauch geben kann." Die Lehre Kabirs (jener höchsten Kraft) hat einen anderen Tonfall.

Das Vertrauen zu Meister muss vorhanden sein, denn dann entwickeln wir Empfänglichkeit, und durch Empfänglichkeit werden wir mehr und mehr zu Mei­ster hingezogen, wodurch wiederum mehr Vertrauen entwickelt wird. Je größer unser Vertrauen ist, desto größer ist das Wohlbefinden der Seele – nicht nur hier, sondern auch auf den inneren Ebenen.

Wie ihr wisst, berichtete unser Meister, dass Er während seines ganzen Lebens kaum eine Frage an Seinen Meister hatte. Der Grund war, dass Er bereits alles wusste: Er hatte "Gurmat Siddhant" geschrieben. Aber das Vertrauen zu Seinem Meister war hundertprozentig. Von Anfang an wusste Er, was Seine Pflicht war. Er wusste es sogar schon, bevor Er noch zu den heiligen Füßen von Baba Sawan Singh saß. Er kannte bereits Seine Pflicht und äußerte es der Kraft gegenüber, die Ihm im Inneren erschien. Er sagte, es sei genug der inneren Segnungen und begann mit dem selbstlosen Dienst. Von Beginn an erfüllte Er beides: Meditation und selbstlosen Dienst.

Es gibt unterschiedliche Stufen der Meisterschaft. Bis zur dritten Ebene liegt alles im Bereich der drei Gunas. Dort herrscht Verhaftung. Bis zur dritten Re­gion schafft alles Verhaftung für uns. Was auf der ersten, zweiten und dritten Ebene vorzufinden ist, wird alles von den Meistern beschrieben. Dort finden wir keinen Frieden und unsere Aufmerksamkeit wirkt nicht 100%.Wenn unsere Auf­merksamkeit durch Meisters Gnade durch den Tonstrom und das Licht von die­sen Ebenen der drei Gunas vollkommen zurückgezogen wird, erfreut sich unsere Seele auf der vierten Ebene der himmlischen Glückseligkeit. Die vierte Ebene ist die Region, von der Jesus sagte: "Ich und mein Vater sind eins." Guru Arjan sag­te: "Vater und Sohn sind in der gleichen Farbe gefärbt." Es ist die Ebene, die "Sadhavasta" genannt wird. "Sadh" ist eine geschulte Seele. Wenn der Meister den Schüler von der vierten Ebene in die fünfte erhebt, wird er ein Sant oder Hei­liger genannt. Eine Kraft, die fähig ist, in die fünfte Region zu gehen, wird als Heiliger bezeichnet. Er geht dorthin und kann jeden, den er möchte, dorthin mit­nehmen. Es ist die Wohnstatt der Heiligen. Ein Heiliger erhält die Kraft von oben und gibt sie weiter. Er ist wie eine Rohrleitung, die alles, was sie von oben erhält, nach unten weiter gibt. Das ist sein Zweck.

Den Schülern, die den Körper verlassen haben und in die fünfte Ebene kom­men, kann Er nur dabei helfen, sie an den Meister der sechsten Region zu über­geben. Er selbst kann jedoch nicht dorthin gehen, denn Er ist abhängig. In der fünften Region ist Er unabhängig, aber Er ist abhängig, wenn es darum geht, eine Seele in die sechste Region zu übergeben. Er übergibt sie nur. Genauso ist es bei der Übergabe der Seele von der sechsten Ebene (Alakh) zur siebten Ebene (Agam), und von der siebten zur achten Ebene (Anami). Wenn aber ein Heiliger selbst durch diese Regionen – Alakh und Agam – reist und in die achte Ebene von Anami geht, wird Er ein Param Sant genannt.

Viele sprachen vom Param Sant als der Allmächtigen Kraft. Es ist nur eine an­dere Bezeichnung. Ihr könnt Ihn auch einfach nur einen Heiligen, Vater oder wie ihr sonst wollt, nennen. Wir können Ihn nur durch Seine Liebe erkennen, denn alles ist unter Seiner Kontrolle. Darüber gibt es noch den Absoluten Gott, den bisher noch niemand gesehen hat. Nur Seine Manifestation – das Licht- und Tonprinzip –, ist erfahrbar.

Kabir kam als die Allmächtige Kraft. Er kam in allen vier Zeitaltern und kon­trollierte alles; ihr wißt das bereits. Die Allmächtige Kraft ist also der Param Sant. Er ist Gott Selbst. Er ist es, Der das ganze Universum kontrolliert. Er wirkt auf allen Ebenen gleichzeitig, und Er wirkt überall in der Welt. Und eines ist sehr wichtig zu wissen: Er verlässt den physischen Körper nicht, bis Seine Arbeit beendet ist. Im Äußeren sehen wir zwar, dass Er den Körper verlassen hat, aber Er ist fähig, sich zu manifestieren und zu materialisieren, wo immer Er möchte. Viele Meister ver­ließen ihren Körper, warum aber hat Kabir ihn nicht verlassen? Er wurde sogar lebendigen Leibes verbrannt, aber das Feuer konnte Ihm nichts anhaben, denn Er war das personifizierte Wort. Die Menschen verstanden nicht, was geschehen war. Mit schweren Eisenketten gefesselt, wurde Er in den Ganges geworfen, doch die Ketten brachen und Er war wieder am Ufer. Er tat weiterhin Seine Arbeit. Er hatte dem, was geschehen war, keine Bedeutung gegeben. Als jemand zu Ihm sagte: "Du bist in den mächtigen, reißenden Gangesstrom geworfen worden", sagte Er: "Ja, aber die Wellen waren so stark, dass die eisernen Ketten zerbra­chen. Sie wurden vom Wasser zerbrochen." Es war nicht so, sondern es war Sei­ne Macht, die das bewirkte, denn Er ist vollkommen unabhängig. Er weiß, was zu tun ist und was Er für uns bereit hält. Er ist voller Gnade.

Wenn Er kommt, dann hat es eine besondere Bedeutung: Seine Größe und Schönheit liegt darin, dass Er sagt: "Komm – lass uns nach Hause gehen."

Er bringt alle Seelen auf dem direkten Weg zurück zu Gott – in einem Au­genblick, ohne Aufenthalt. Er kann euch in jede Ebene erheben, denn Er hat Seine eigenen Gesetze. Wo Er hinkommt, dort nimmt Er alle Seelen mit zurück. Auf welche Weise tut Er es? Er nimmt Arbeit von ihnen und wenn Er geht, wird Er all diese Schüler mit sich nehmen. Bis dahin sind sie bewusste Mitarbeiter am göttlichen Plan geworden. Viele, viele Menschen wurden zu Kabirs Zeit initiiert, aber nur ganz wenige konnten Ihn erkennen.

Deshalb sagte Meister: Eine solche Zeit gab es vielleicht vor 100.000 Jahren und jetzt ist sie wiedergekommen. Lest die Geschichte vieler Rishis und Munis. Sie verbrachten Tausende von Jahren ihres kostbaren Lebens mit Übungen, konnten sich aber nicht über das Körperbewusstsein erheben und das Rätsel des Lebens lösen. Sie waren im Körper und konnten sich nur ein wenig über die Sin­nesebene erheben, nur sehr wenige konnten in die Astralwelt gehen.

Der normale Weg ist, dass die Seele ihre astralen, kausalen und superkausalen Karmas abwickeln muss. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Es mag sein, dass eine Seele Tausende von Jahren auf diesen Ebenen bleiben muss, bis sie nach Hause zurückkehren kann. Eine Schönheit des Param Sant oder der Allmächti­gen Kraft aber ist es, dass Er uns auf dem direkten Weg zurücknimmt. Das ist Sei­ne Entscheidung. Manche von euch haben Meisters Worte in dieser Hinsicht vielleicht gehört, wenn Er sagte: "Ihr seid begünstigt, mit einem solchen Meister in Verbindung gekommen zu sein. Diese Kraft kam vor Hunderttausenden von Jahren und ihr seid sehr begünstigt, dass ihr eine Verbindung mit ihr habt."

Das ist also die Allmächtige Kraft. Liebt Ihn und Er wird euch mitnehmen. Selbst wenn jemand nur zwei Stunden vor dem Tod an Ihn denkt, wird Er mit Gewissheit kommen. Das sind Meisters Worte – Er Selbst sprach es aus. Beim Tod steht der Mensch so sehr unter dem Einfluss der negativen Kräfte und der Fesseln des Gemüts, dass er schwer davon betroffen ist und nicht daraus entkommen kann, so wie ein Mann im Gefängnis, der von außen eingeschlossen ist. Wer kann ihm helfen? Ist im Menschen jedoch ein Kern bezüglich der Wirklichkeit oder Wahr­heit vorhanden, indem er etwas über die Meisterkraft gehört hat oder sogar eine Verbindung mit Ihm hatte, wenn er Meister sah oder ein wenig mit Ihm sprechen konnte, wird ihm das zum Zeitpunkt des Todes helfen. Meister erscheint dort. Die Lehre von Guru Nanak enthüllt: "Wer von dieser Kraft hört oder mit Ihr in Verbindung kommt, wird nie mehr sterben oder geboren werden."

Jenen, die die Meisterkraft gesehen oder Satsang gehört haben, hilft Meister, selbst wenn sie nicht initiiert sind. Wenn sie sich vom Körper zurückziehen, ist Meister da, um ihnen zu helfen. Das ist die Arbeit der Allmächtigen Kraft.

Ein Heiliger wird nicht in einem Leben gemacht; es braucht sehr viel Zeit. Es entspricht dem Gesetz, dass diese Kraft – die Allmächtige Kraft – zu bestimm­ten Zeiten ihr Werk auf Erden selbst ausführt. Als Kabir kam, manifestierte und materialisierte Er sich direkt – Er kam direkt, das heißt, Er hatte keine Eltern. Als Er auf die Erde kam, hatte Er weder Vater noch Mutter, denn Er Selbst ist Vater und Mutter von jedem. Er ist die Allmächtige Kraft – der Vater von jedem. Er hat keinen Verwandten, keinen Bruder, keine Schwester.

Es gab eine Zeit, als die Menschen nicht verstehen konnten, was die Allmächti­ge Kraft, der Param Sant ist. Kabir ist die Allmächtige Kraft und jetzt folgte Ihm unser Meister. Die Menschen hatten unseren Meister mit anderen Heiligen gleichgesetzt. Als aber Meister Seinen Körper verließ, spürten sie, dass Seine Gnade mehr und mehr wurde. Sie sahen, dass das, was vorher nicht möglich war, nun möglich geworden war. Jetzt sind sie erstaunt und fragen sich: "Wie wirkt diese Kraft?" Ihr wisst, in den Büchern steht, dass man die Wirklichkeit ohne Mei­ster nicht erkennen kann. Warum aber erkennen die Menschen sie jetzt? Wir brauchen die Verbindung mit dieser Kraft und diese Verbindung besteht bereits, – denn der Vater Selbst hilft uns. Ist es daher notwendig, dass einer sich jetzt als Meister bezeichnet? Die Leute sagen, sie seien Meister, aber in Wirklichkeit sind sie keine. Wenn ihr wisst, dass euer Vater ein König ist, könnt ihr dann sagen, Er sei ein Bettler? Er ist ein König! Das muss gesagt werden. Ihr müsst euch dem König hingeben. Wenn jemand jetzt behauptet, dass er ein Meister sei, dann ist er ein Narr – ein Tor.

Es ist allein die Gnade der Allmächtigen Kraft, die jetzt wirkt.

Die Meister verlassen den Körper, und dann kommen manchmal viele Jahre lang keine Meister. Können die Menschen deshalb in dieser Zeit die Wahrheit nicht erhalten und verwirklichen? Die Geschichte berichtet davon, dass die Men­schen trotzdem diese Erfahrungen erhalten, denn wenn auch kein Meister hier ist – die Allmächtige Kraft ist immer hier. Es ist wie das Gesetz des Regierungspräsiden­ten, das in Kraft tritt, wenn der Minister nicht da ist und die Regierung nun nach dem Gesetz des Präsidenten weitergeführt wird. Nehmt die Geschichte. Es hat viele, viele Zeitspannen gegeben, in denen kein physischer Meister da war. Das war immer eine goldene Zeit, in der die Allmächtige Kraft größte Barmherzigkeit gab, da sie dann unabhängig wirkt. Seine Pflicht für uns ist sehr groß, aber wir erkennen es nicht. Wir machen uns Gedanken, wie wir in der Welt leben können, statt darüber nachzudenken, wie wir die Welt verlassen können und was notwendig ist, damit wir von hier gehen können.

In meinem Leben gab Meister mir für eine Entscheidung nie mehr als einen Tag Zeit. Ich hatte einen Tag, um zu entscheiden und manchmal war der Kopf so heiß, als würde er brechen. Aber letzten Endes musste etwas entschieden werden, und es wurde immer auf positive Art entschieden. Der Mensch ist im Werden. Ich opferte alle meine Wünsche für andere und stellte Meisters Interesse immer an erste Stelle. Ich sagte zu Ihm: "Meister, ich brauche keine Meditation, ich brau­che keine besondere Gnade von Dir, denn ich weiß, dass sie bereits wirkt. Ich ha­be auch keine Fragen, ich möchte nur eines, dass Du physisch immer gesund und glücklich bist. Du solltest niemals krank und leidend sein, wir wollen Dich ge­sund sehen." Von Anfang an wussten wir, dass eine Zeit kommen würde, wenn Er uns verlassen würde, denn wir missbrauchten Ihn sehr; nicht in geringem Maß, sondern sehr. Viele, die Ihm sehr nahe waren, missbrauchten Ihn sehr. Einmal sagte Meister: "Wenn andere so denken würden wie du, dann könnte Meister noch einige Zeit länger unter euch sein." Was aber sagten die anderen? "Er ist das Fleischgewordene Wort, das Wort in personifizierter Form, es kann nichts geschehen." Aber was ist mit der Seele, die vom gleichen Wesen ist wie Gott? Sie wird von Materie umhüllt. Sie hatte Schichten über Schichten (der Karmas) erhalten, die Auswirkungen der Taten, die wir verursacht hatten und die Er direkt auf sich nahm. Er hatte all diese Dinge zu tragen. Je mehr Karmas Er trägt, desto schneller muss Er gehen. Er weiß, wann Er zu gehen hat.

Wir also klären den Weg für unseren Meister. Wenn Meister unabhängig von den Menschen wirken würde, wäre niemand notwendig. Er könnte alle Seelen in einem Augenblick zu Gott zurücknehmen. Aber es gibt ein Gesetz: Jene werden gehen, die anderen helfen! Sie sind begünstigt, denn jene, die anderen helfen und ihre Wünsche für andere opfern, werden von Gott geliebt. Sie sind die wahren Schüler des Meisters. Jene, die nur meditieren und ihre Wünsche in sich verbor­gen halten, können nicht erfolgreich sein. Für sie ist die Reise sehr lang.

Der Zugang zur Meisterkraft muss jedoch auf die rechte und höchste Weise sein. Nur das kann jemanden helfen, seine eigenen Probleme und die anderer zu lösen. Wenn wir durch eigene kleine, kleine Probleme betroffen sind, wie kön­nen wir dann anderen helfen? Als Guru Nanak auszog, um andere Menschen in der Welt zu lehren, brachte seine Schwiegermutter seine beiden Söhne, stellte sie vor Ihn hin und sagte: "Nanak, wenn du vorhattest, fortzuziehen, warum hast du dann diesen beiden Kindern das Leben geschenkt?" "Ich kenne deine Ab­sichten", sagte Er, "aber ich habe mich über diese Dinge erhoben. Das, was die Kinder brauchen, ist ihnen bereits gegeben worden, mache dir um ihretwillen keine Sorgen, sie erhalten Hilfe durch Ihn. Mache meinen Weg frei und lasse mich gehen."

Die Meister hatten ein Ziel und wussten, wie es zu erreichen war. Sie verfingen sich niemals in den Verstrickungen des häuslichen Lebens und seiner Angele­genheiten, sondern erhoben sich darüber (sie stellten Gott an die erste und die Welt an die zweite Stelle). Wenn sie in die Welt kommen ist ihr Ziel ein anderes (als das der weltlichen Menschen). Sie werden zu euch sagen: "Lasst jeden, der euren Weg behindert, sein – nur Er und ihr solltet dort sein." Er und der Schüler – niemand sonst. Er macht uns rein – direkt. Warum sollte jemand dazwischen stehen? Warum sollten diejenigen, die uns nahe sind, der Gotteskraft nicht eben­falls nachfolgen? Kommen sie jedoch zwischen den Meister und den Schüler – lasst sie Kinder, Vater, Mutter sein – verlieren sie ihr Leben und auch wir verlie­ren es, denn das (die weltliche Verhaftung) ist nur ein trügerischer Schatten – sie schaffen einen Schatten und sind selbst nicht auf dem rechten Weg.

Meister gibt das Erwachen auf praktische Weise. Er beseitigt alles Missverstehen. Es ist die Arbeit der Allmächtigen Kraft und wir sollten uns bereit machen. Andere Meister, wie Christus, sagten: "Der Meister kommt mit dem Schwert, Er trennt einen vom anderen." Seine Lehre ist scharf wie ein Schwert. Wäre sie stumpf, würde sie nicht wirken. Aber mit diesem Schwert trennt Er uns nicht, sondern entwickelt uns. Er macht uns alle eins. Aber Er trennt alle unsere Ge­danken durch; dieses Schwert beseitigt alle falschen Gedanken, die uns vonein­ander trennen. Meister bringt das, was notwendig ist, auf andere Art zum Ausdruck, Er sagt: "Seid noch liebevoller, gebt die wahre Liebe überall." Wo Liebe weltlich ist, ist sie Verhaftung, wo es Liebe im Namen des Vaters ist, ist es Seine Liebe. Sie wird keine Trennung schaffen.

Meister sagte, dass es überall in der Welt Menschen mit rechtem Verstehen gibt und dass sie alle zusammenkommen werden. Jene, die nicht mit der Gotteskraft oder mit Ihm verbunden sind, werden nicht kommen. Das ist eine sehr große Ga­rantie.

Kabir sagte: Zuerst verbrannte Er sein Haus und jetzt hat Er die Fackel in Sei­ner Hand und geht von einem Haus zum anderen und möchte jedes Haus ver­brennen. Er wird all unsere Wünsche verbrennen und all unseren Schmutz be­seitigen. Das möchte Er. Jene, deren Haus verbrannt wird, werden mit euch ge­hen.