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Home Worte von Sant Kirpal Singh Worte 1988/2 Rechtes Denken, rechtes Handeln
Rechtes Denken, rechtes Handeln

Von Sant Kirpal Singh, Auszug aus dem Buch "The Teachings of Sant Kirpal Singh", Band III, Kapitel 5

Jeder Gedanke, jedes Wort und jede Tat, ob gut oder schlecht, hinterlässt einen unauslöschlichen Eindruck im Gemüt und muss abgerechnet werden. Deshalb sind rechte Gedanken, rechtes Streben und eine rechte Lebensführung notwendig. All das bildet eine Hecke um das zarte, junge Pflänzchen der Spiritualität. Ich möchte, dass ihr alles vereinfacht, vereinfacht und noch mehr vereinfacht. Einfach zu sein in allen Bereichen des Lebens heißt, das Leben anzunehmen. Versucht allen anderen in einem Geist der Selbstverleugnung zu helfen. Euer Selbst wird sich ausdehnen und die Menschheit und die ganze Schöpfung umfassen. Wenn ihr so handelt, wird es eure Seele zu Gott führen.

Seid rein in Gedanken, Worten und Taten und liebt alle. Liebe ist das Heilmittel für alles Schlechte im Leben. Seid gut und tut Gutes. Diese fünf Worte enthalten in sich das Wesentliche aller Religionen der Welt. Meine Arbeit wird reich belohnt sein, wenn ihr danach lebt.

Der Mensch ist das, woran er den ganzen Tag lang denkt. Man kann immer nur einen Moment zur gleichen Zeit leben. Emerson sagte: "In der ganzen Ewigkeit ist kein Augenblick wichtiger als der jetzige Augenblick." Alles wirklich Gute oder Schlechte, das dem Menschen widerfährt, geht von ihm selbst aus. Ob jemand in der realen Gegenwart gut oder schlecht lebt, er sichert sich damit genau dasselbe für die Zukunft. Wenn man schlechte Gedanken über andere hat, schadet man nicht nur ihnen, sondern auch sich selbst, da Gedanken sehr mächtig sind. Nichts ist gut oder schlecht in der Welt, sondern nur unser Denken macht es dazu. Wie die verschiedenen Samen (z.B. der Mangokern, der alle Süße aus dem Boden zieht, oder das Pfefferkorn, das alle Schärfe aus dem Boden holt) ziehen wir Impulse aus der Atmosphäre an, so wie es unserer eigenen inneren Einstellung entspricht.

Der Weg zur Vollkommenheit besteht vor allem darin, dass man ihn geht, und nicht, dass man nur darüber spricht; und die anderen oder den Meister vom eigenen Standpunkt oder aus dem bisher erlangten Verstehen heraus zu beurteilen, ist kaum gerechtfertigt oder angebracht. Alle sind auf dem Weg zur Vollkommenheit, und es ist unvernünftig, Fehler bei anderen zu finden. Reden ist leicht – es zu tun ist schwierig. Durch Reden wird nichts erreicht, doch wenn man es tut, kann man auf dem Weg fortschreiten.

Durch zuviel Reden vergeudet man spirituelle Energie. Versucht das Reden unter Kontrolle zu bekommen, indem ihr still zum Simran, der Wiederholung der Namen, Zuflucht nehmt. Dann werdet ihr die Schwierigkeiten überwinden können und euch in kurzer Zeit verbessern. Denkt zweimal, bevor ihr sprecht! Überlegt, ob das, was ihr sagen wollt, wahr, freundlich und notwendig ist.

Mit Seinen starken, schützenden Armen und Seinen liebevollen Augen wacht der Meister immer über Seine Herde. Er wünscht sich ihren Fortschritt. Wenn die äußeren Schwierigkeiten hart erscheinen, wächst Seine innere Gnade. Wenn jemand etwas Unangenehmes über euch sagt, denkt ruhig darüber nach. Wenn das Gesagte ganz oder teilweise stimmt, versucht diese Fehler zu beseitigen, und seid demjenigen dankbar, dass er so freundlich war und euch darauf hingewiesen hat. Wenn es aber nicht stimmt, geht einfach davon aus, dass derjenige nicht genau Bescheid wusste und aus einer falschen Vorstellung heraus gesprochen hat. Verzeiht ihm und vergesst es! Sollte sich eine Gelegenheit ergeben, dieses Missverständnis zu beseitigen, so beseitigt es liebevoll und offenherzig. Das wird den spirituellen Fortschritt sehr beschleunigen und dabei helfen, das Gefäß zu reinigen, das dazu bestimmt ist, mit der überströmenden Gnade des Meisters gefüllt zu werden, die immer bereit ist.

Solange man nicht universales Bewusstsein erlangt hat, wird es zwangsläufig zu Meinungsverschiedenheiten kommen. Doch wenn man die Ursache dafür verstanden hat, wird man nicht zulassen, dass dadurch der Frieden des Gemüts gestört wird. Wie groß der äußere Widerstand auch sein mag, welche Meinung die anderen auch haben mögen, nichts kann einem je aus dem Gleichgewicht bringen oder den spirituellen Fortschritt behindern, wenn man völlig in seiner Liebe (zu Meister) aufgeht. Wer sich über das aufregt, was andere sagen, wird ohne Frage immer noch vom Ego beherrscht und muss noch sein Ich überwinden. Er hat die Grundlagen der Spiritualität erst noch zu lernen.

Wenn also jemand durch Worte und Taten eure Gefühle verletzt, vergebt ihm. Allein das Wasser der Vergebung wird sanft allen Schmutz wegwaschen. Gerechtigkeit kann das niemals, denkt daran! Wenn ihr Gerechtigkeit wollt, wird das wieder Rückwirkungen nach sich ziehen. Allein Vergebung wäscht allen Schmutz fort. Vergebt und vergesst, das ist der Weg zur Spiritualität.

Gute Bücher sind hilfreich, doch wenn man sich allzusehr in diese Bücher vertieft, führt es nur zu Verwirrung.

Ein unvoreingenommenes und sorgfältiges Studium der heiligen Bücher dagegen, die hier herausgegeben werden, wird euch mit mehr rechtem Verstehen segnen. Sie brauchen keine weiteren Erläuterungen. Wenn ihr jedoch versucht, die subtilen Punkte, die darin behandelt werden, genau herauszuarbeiten, müsst ihr empfänglicher werden, indem ihr euer Ego ausschaltet und die gnädige Meisterkraft durch euch wirken lasst. Sind die Kanäle frei, können sie durch die einströmende göttliche Gnade gefüllt werden. Um den größten spirituellen Nutzen davon zu haben, solltet ihr noch mehr euer Ich überwinden und sehr demütig sein.

Ein ethisches, reines Leben ist unbedingt notwendig, doch ohne einen gewissen Grad an innerer Überzeugung läuft man Gefahr zu entgleisen, wenn man unter starker Belastung steht und großem Druck ausgesetzt ist. Man muss in diese Überzeugung vollkommen hineinwachsen, und der Meister hilft uns allein aus seiner Gnade und Güte, zu dieser Reife zu kommen. Euer Wohlergehen liegt mir sosehr am Herzen wie einem liebevollen Vater das Wohlergehen seines Kindes. Versucht nach den Anweisungen des Meisters zu leben, nur dann wird das, was ihr zu euren Freunden sagt, Gewicht haben. Ihr könnt nicht Reinheit predigen mit einem unreinen Herzen und Begierde im Blick.

Wir sollten uns mit anderen freuen, wenn sie glücklich sind, und mit ihnen leiden, wenn sie traurig sind. Wenn wir auch nur einem einzigen Menschen geholfen haben, indem wir ihm ein wenig von seiner täglichen Last abnehmen konnten, haben wir schon einen großen Dienst getan. Teilt die Last des Leides, die unsere Mitmenschen zu tragen haben, mit liebevollen Worten und mitfühlender Freundlichkeit, denn sonst wird sie von Tag zu Tag größer. Es ist wirklich ein großer Dienst, wenn man einem betrübten Kind hilft, den Weg zum Vater zu finden, dagegen ist es die größte Sünde und Torheit, jemanden vom rechten Weg abzuhalten und ihn fehlzuleiten.

Ihr beginnt zu verstehen, dass alle Dinge, die im Leben geschehen, einem Plan entsprechen. Dieser Plan ergibt sich als unmittelbare Folge der Auswirkungen unserer eigenen Taten. Deshalb wird Nachdruck darauf gelegt, dass man liebevoll und sanft handeln sollte, damit – gleichzeitig mit der Abwicklung des Schicksals oder Pralabdh-Karmas – zukünftige Auswirkungen in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Ich rate euch, gegenüber Grobheit noch ruhiger, geduldiger und toleranter zu sein. Solche vorübergehenden Phasen der Prüfung und des Leides kommen als Rückwirkung vergangener Karmas und sollten deshalb auf diese Art gehandhabt werden.

Es ist wahr, dass die Naturgesetze unerbittlich sind und man für jede Überschreitung bezahlen muss, obwohl ihre Härte zu den Füßen des Meisters zu einem Großteil abgemildert wird. Jeder hat Folgen (der Vergangenheit) zu tragen und muss sein Gefäß reinigen, bevor es mit den Segnungen des Meisters gefüllt werden kann. Nichts fällt einem unverdient in den Schoss, obwohl unsere Bemühungen größeren Erfolg haben, wenn wir zu Meister gehören.

Die Philosophie des Karmas hat einen besonderen Rang in der Wissenschaft der Seele. Doch sie sollte nicht Niedergeschlagenheit oder Enttäuschung bei den Initiierten oder Nicht–Initiierten hervorrufen. Der Mensch schmiedet sich sein Schicksal selbst. Wenn man auch die Vergangenheit nicht ändern kann, so kann man sehr wohl die Zukunft gestalten. Die Vergangenheit ist tot und begraben, und Reue – so gut sie an sich ist – kann daran nichts ändern oder ungeschehen machen, wohingegen die Zukunft hauptsächlich auf den Auswirkungen der Karmas der Vergangenheit beruht und in großem Maß von dem abhängt, was wir in der lebendigen Gegenwart tun. Wenn wir uns also darum bemühen, in der lebendigen Gegenwart ein gutes, ehrenhaftes und ehrliches Leben zu führen und uns an die heiligen Gebote der Weisen und Seher halten, brauchen wir uns wenig um die Vergangenheit zu sorgen und müssen keine Angst vor der Zukunft haben. Deswegen müssen wir mehr Aufmerksamkeit auf das Säen als auf das Ernten richten, denn die Ernte kommt von selbst durch die Saaten, die gesät wurden. Guru Nanak hat wunderschön gesagt: "Es mag sehr gut sein, sich um Vorfälle und Geschehnisse zu sorgen, die im Gegensatz zum göttlichen Plan stehen (was natürlich niemals der Fall ist) – aber das, was bestimmt ist, wird dennoch eintreten." Lernt die heilige Technik, eine Sache zu einer Zeit zu tun, und das zielstrebig, mit ganzem Herzen und ungeteilter Aufmerksamkeit. So könnt ihr in kürzester Zeit und mit weit weniger Anstrengung viel mehr bewältigen. Der Meister sagt uns also, dass wir uns nur um unsere spirituelle Vervollkommnung zu kümmern brauchen und den alltäglichen Ablauf des Schicksalskarmas als gut und vorteilhaft für die Befreiung der Seele ansehen sollten. So werden wir einen Zustand ständiger Ergebenheit entwickeln, der für die heiligen Meditationen hilfreich sein wird.

Es freut mich zu hören, dass es dein großer Wunsch ist, die Welt, in der du lebst, zu verbessern, dass du dir Sorgen um die menschliche Rasse machst und deine Erlösung durch gute Taten und ein reines Leben sich selbst überlässt. Das sind sehr edle Ansichten. Doch der praktische Weg, das erfolgreich auszuführen, ist, zuerst selbst zu einer wunderschönen Blume heranzuwachsen, deren süßer Duft dann zu allen strömt.

"Dienen vor dem eigenen Selbst" ist eine sehr gute Sache. Doch oft genug kennt man nicht einmal die wahre Bedeutung des Dienens, und trotz aller wohlgemeinten Absicht erweist man dem anderen im Grunde genommen einen schlechten Dienst, anstelle des wirklich notwendigen guten Dienstes, über den wir so leicht reden. Solange wir nicht das wahre Selbst in uns finden, können wir uns von dem einen gleichen Lebensimpuls, der im ganzen Universum vibriert, keine Vorstellung machen, und noch viel weniger können wir ihn tatsächlich im anderen erkennen. Deshalb wird in erster Linie Nachdruck auf die Selbst-Erkenntnis gelegt, denn sie bereitet den Weg für die Gotterkenntnis, und wenn diese erwacht, sieht man nichts als den Geist Gottes, der voller Harmonie in allen Wesen wirkt. Der "Dienst an anderen" gewinnt dann eine andere Dimension, er wird zur Hingabe an den Geist des Universums, der alles in und um uns durchdringt, denn wenn man den Menschen als solchen begreift, versteht man die ganze Menschheit.

Lasst uns also gerecht und freundlich zu jedem sein, ehrlich und wahr zu uns selbst, gut sein und anderen Gutes tun, andere glücklich machen, den Kranken und Betrübten helfen, den Armen und Notleidenden dienen; Gott und Seine ganze Schöpfung lieben: Menschen, Säugetiere, Vögel, Reptilien und auch die Formen mit dem niedrigsten Bewusstsein. Sie sind alle Mitglieder der einen Familie Gottes.