| Definition des Gemüts |
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Von Sant Kirpal Singh, aus dem Buch "The Teaching of Sant Kirpal Singh", Band II, Kapitel 20, 21 Das Gemüt besteht aus überaus feiner Materie, der "Satva Substanz", die sich wie Spinnfäden im Körper verteilt. Durch seine Ausläufer, die tief in den Sinnen verwurzelt sind, wirkt es durch die Sinnesorgane. Sein Ursprung liegt in höheren Bereichen, da es eingebettet ist in das universale oder kosmische Gemüt, "chidakash". Es dient als Bindeglied zwischen dem materiellen Körper und dem bewussten Geist oder der Seele im Körper, die sowohl Körper als auch Gemüt belebt. Wie das Feuer ist das Gemüt ein guter Diener, aber ein schlechter Herr. Solange sich die Seele im Bereich des Gemüts befindet, bleibt sie gefangen. Sie ist ganz und gar vom Gemüt in Anspruch genommen, ist ihm unterworfen und muss den Befehlen des Gemüts gehorchen. In dieser Kombination sind Seele und Gemüt wiederum in Formen eingeschlossen – nacheinander in die kausale, astrale und physische Form. Das Gemüt scheut sich, nach innen zu gehen und mit dem Tonstrom in Verbindung zu kommen, denn dadurch verliert es seine Identität und Freiheit. Dagegen ist es manchmal sogar bereit, sich im Schützengraben dem Gewehrfeuer auszusetzen, wenn es darum geht, ein Gebiet zu erobern, oder es nimmt freudig die Risiken einer Atlantiküberquerung auf sich, um sich einen Namen zu machen oder einen Rekord aufzustellen – dafür kann es bis zum Äußersten gehen. Was ist ein Wunsch? Alle Vorstellungen und Ideen im Gemüt sind Wünsche. Jetzt wünscht sich das Gemüt Dinge, die es nicht erhalten kann. Wenn es aber die Wahrheit erkennt, wird ihm die ganze Natur zu Diensten stehen. Das Gemüt ist nichts anderes als ein Vorratslager von karmischen Eindrücken, die sich seit Anbeginn der Zeiten in einer endlosen Kette von Inkarnationen angesammelt haben. Der Körper kann nicht anders, als Karmas zu schaffen, und diese Karmas wiederum bilden den Körper – sie bestimmen alles, was mit dem Körper und unseren physischen Beziehungen zusammenhängt. Die ganze Welt ist ein Spiel der karmischen Eindrücke, die im Gemüt der Menschen dieser Welt gespeichert sind. Deshalb wir die Welt als "mano mai shrishti" oder Schöpfung des Gemüts bezeichnet. Das Gemüt ist in sich selbst nicht bewusst. Es ist das Bewusstsein der Seele, das vom Gemüt widergespiegelt wird. Jeder, dessen Seele unter dem Einfluss und der Herrschaft des Gemüts steht, wird zum Abbild des Gemüts, denn er vergisst sein wahres Selbst. Man nennt das Ego oder Ichheit, denn man denkt: "Ich bin alles!" Gott plus Gemüt ist der Mensch, Mensch minus Gemüt ist Gott. Frage: Was sind die wesentlichen Eigenschaften des Gemüts? Das Gemüt hat vier Aspekte oder Eigenschaften: 1. Chit, die Fähigkeit wahrzunehmen. Man kann es mit einem See vergleichen, in den unmerklich die zahllosen Ströme von Eindrücken beständig einfließen. 2. Manas: Das ist die Denkfähigkeit des Gemüts, das über die Eindrücke nachsinnt, die an die Oberfläche des Sees aufsteigen in Form von Kräuseln und Wellen, wenn die Brise des Bewusstseins über das Wasser des Chit-Sees streicht und eine endlose Kette von aufeinanderfolgenden Gedanken in Bewegung setzt. 3. Budhi oder der Intellekt: Das ist die Fähigkeit der Logik, des Schlussfolgerns, der Unterscheidung und letzten Endes der Entscheidung, nachdem man alles Für und Wider, wie es von "Manas" vorgelegt wurde, überdacht hat. Dies ist der große Richter, der die Probleme des Lebens, mit denen er konfrontiert wird, zu lösen versucht. 4. Ahankar oder das Ego: Das ist das Geltungsbedürfnis des Gemüts, denn das Gemüt möchte gerne für alles, was es getan hat, belohnt werden, und so wird eine reiche Ernte an Karmas vorbereitet, die den Menschen auf dem gewaltigen Rad des Lebens auf- und absteigen lässt. Alle Handlungen hinterlassen einen Eindruck, doch einem stumpfsinnigen Gemüt gelingt es nicht , diese Eindrücke zu entschlüsseln. Nur wenn sich das Gemüt dadurch entwickelt, dass wir nach innen gehen und uns erheben, erlangt man die Erinnerung zurück, und kann die Aufzeichnungen verstehen. |