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Spirituelle Entwicklung

Briefauszüge von Sant Kirpal Singh

Ein romantisches Leben auf der physischen Ebene scheint sehr anziehend zu sein. Es hat etwas Verlockendes, ist aber erniedrigend. Es lässt schreckliche Bitterkeit und eine Abneigung gegen das Leben zurück. Das Leben auf den höheren Ebenen ist romantischer und gibt ewigen Frieden und immerwährende Freude. Warum sollte man eine höhere und reinere Sache für niedrigere Dinge opfern, die entwürdigend und vergänglich sind? Man muss daher seinen Grundsätzen treu bleiben und darf die Richtlinien eines reinen, ethischen Lebens nicht verletzen. Wer sich daran hält, erlangt in seinen Bemühungen alle Hilfe, die er braucht, und hat viel Segen.1

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Manchmal aufkommende Perioden der Depression oder Mutlosigkeit sollte man vermeiden, indem man sich liebevoll Seinem Willen und Wohlgefallen überlässt. Du solltest bitte verstehen, dass es die negative Einstellung des Gemüts ist, die oft solche Phasen der Angst verursacht, die unbestimmte Gefühle der Enttäuschung und der Verstimmung auslösen.1

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Angst ist nicht gut, sie sollte beseitigt werden, indem du deine Sorgen der gnädigen Meisterkraft übergibst, die immer da ist und über dir wirkt. Angst beruht immer auf irgendeiner unbekannten Befürchtung; man sollte sie nüchtern betrachten, dann wird sie in kürzester Zeit verschwinden, da sie die Folge deines selbstgeschaffenen Minderwertigkeitsgefühls ist.1

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Im Leben geht es auf und ab. Selbst die dunkelste Wolke hat einen Silberstreifen. Auch das Schlimmste geht vorüber. Wir müssen immer die Sonnenseite der Dinge sehen. In schwierigen Umständen kann man viele gute und notwendige Lektionen lernen, und so sind sie eigentlich sehr hilfreich.1

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Du brauchst nicht ständig über deine Charaktereigenschaften oder die Unreinheiten deines Gemüts nachzudenken. Das läuft auf Selbstmitleid hinaus. Obwohl es ein sehr gutes Zeichen ist, wenn man sich seiner Schwächen bewusst ist, kann es manchmal krankhafte Form annehmen, wenn man sich übertrieben Gedanken (über sich selbst) macht, was den inneren Fortschritt behindert. Jedesmal, wenn du dich depressiv fühlst, solltest du dich an die vielen Segnungen erinnern, die dir von der Meisterkraft gewährt wurden. Depression und Verzweiflung entstehen in einem egoistischen Herzen. Das Ego ist ein grundlegender Wesenszug des Menschen. Es wird sehr langsam aufgelöst durch Meditation über das Licht- und Tonprinzip. Nach und nach wird dir klar werden, dass du eine Marionette in den Händen der göttlichen Kraft bist, die nach Seinem Willen tanzt.2

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Dein Meister ist ständig bei dir und reicht dir Seine helfende Hand. Er weiß, was für dich am besten ist. Vertraue auf Ihn; leg die Traurigkeit ab und mache standhaft weiter. Er ist kompetent und mächtig und lässt Seine Kinder nie im Stich.1

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Bücher zu lesen ist gut. Der Zweck des Lebens jedoch ist, sein Leben so zu formen, dass das Gute, worüber man liest, zum Bestandteil des Lebens wird.1

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Du fragst wegen Musik. Musik ist notwendigerweise nicht schlecht für die spirituellen Meditationen, da sich religiöse Hymnen manchmal zum Erwecken der inneren Impulse als hilfreich erweisen. Äußere Musik jedoch gibt dem Gemüt Nahrung, während das Hören auf den heiligen Tonstrom die Seele stärkt, die von ihm voll aufgeladen wird, da er sie befähigt, regelmäßig in die Bereiche des Jenseits aufzusteigen.1

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Ich nehme deine Vorliebe für Golf und Kartenspielen zur Kenntnis. Letzteres schadet, und es war richtig, es aufzugeben. Bitte bleibe bei deinem Entschluss und vergiss alles, was das betrifft; erinnere dich nicht an das, was früher war, und versuche nicht, dir all das, was dir damals Freude bereitete, wieder vorzustellen, weil das Gemüt sonst heimlich neue Nahrung bekommt. Auch solltest du aufrichtig zur Wiederholung der geladenen heiligen Namen Zuflucht nehmen, und wenn dein Herz danach verlangt, mit inständigem Gebet.

Golfspielen ist gut, soweit es den Gesichtspunkt der körperlichen Kräftigung anbelangt. Es ist eine gesunde Körperübung, und wenn du es dir leisten kannst, ist nichts dagegen einzuwenden, dass du es beibehältst. Du weißt, dass Glücksspiele und dergleichen schaden. Du wirst zugeben, dass das Gemüt schon jetzt voller Unruhe ist; es mit noch mehr störenden Dingen zu nähren bedeutet, Öl ins Feuer zu gießen.1

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Was das Rauchen betrifft, kannst du damit aufhören, wenn du es (wirklich) willst und dazu entschlossen bist. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Gewöhne es dir langsam ab, und eines Tages wirst du von dieser Last frei sein. Beschränke es zunächst auf "nur nach den Mahlzeiten", und lasse es dann ganz. Wenn du diesem Rat folgst, wird dir die über dir wirkende Meisterkraft alle nur mögliche Hilfe geben, damit du so deine Gewohnheit ändern kannst. Solltest du dich durch das Einstellen des Rauchens irgendwie unwohl fühlen, wird es dir helfen, wenn du eine homöopathische Medizin, nämlich "Tabacum", nimmst, die dich von allen Beschwerden freimacht. Die Gewohnheit des Rauchens ist sicher bei der Meditation hinderlich, da du ihr vor deinem Entschluss, dieser Zeit zu widmen, den Vorrang gibst.1

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Einen täglichen Bericht oder ein Tagebuch zu führen, ist die beste Methode, um sich seiner Schwächen und Verfehlungen bewusst zu werden. Beseitigt sie von der Wurzel her und plant den künftigen Fortschritt. Ohne eine solche Selbstanalyse und Selbstkritik ist kein Vorwärtskommen möglich.1

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Der Streit in der Familie, der durch ein Missverständnis seitens deiner lieben Mutter und deines lieben Mannes entstand, tut mir leid. So etwas geschieht manchmal, um das ehrliche Bemühen eines spirituellen Menschen zu prüfen. Ich schätze deine ruhige Haltung in der erregten Situation sehr; das wird auf ihre angespannten Nerven einen heilsamen Einfluss haben. Die goldene Regel in solchen Fällen ist wegzugehen, bis die Atmosphäre günstiger ist, um Folgen und Auswirkungen abzuwägen. Wenn man öfter ein Glas kaltes Wasser trinkt, hilft das, den Ärger zu dämpfen. Man sollte von diesem Mittel Gebrauch machen und kluges Schweigen bewahren. Es ist eine erprobte Medizin zu deiner Führung und kann an beide weitergegeben werden.1

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Es ist nicht richtig zu denken, dass du den falschen Partner geheiratet hast, denn es geschieht in genauer Übereinstimmung mit dem göttlichen Plan, dass aus karmischen Gründen nur Menschen, die für einander bestimmt sind, eine Ehe eingehen. Zwei Menschen werden durch die unsichtbare Hand Gottes zusammengeführt. Lasst keine irdische Macht trennen, was Gott miteinander verbunden hat. Ihr seid eine Seele in zwei Körpern.2

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Wenn ihr Kinder habt, seht das Licht Gottes in ihnen, und ebenso bei Vater und Mutter, eurer Frau, eurem Mann. Gott hat euch in dieser verwandtschaftlichen Beziehung verbunden; nicht nur als eine äußerliche Verbindung, sondern damit ihr Gott in ihnen seht, und Ihm in ihnen dient. Wenn man das tut, wird diese Verwandtschaft nicht zur Bindung. Bindung entsteht nur, wenn sich die Ichheit einschleicht und Gott vergessen wird. So könnt ihr alle weltliche Arbeit tun, aber seid in der Welt wie ein Kompass, dessen Nadel immer nach Norden zeigt.2

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Wenn ihr ein oder zwei Kinder möchtet, gut und schön, doch gebt ihnen die richtige Fürsorge und helft ihnen, etwas Gutes zu werden. Gebt ihnen ein gutes Beispiel, und seid euch immer eurer Verantwortung als Eltern bewusst. Außerdem sollte die ganze Familie zusammenkommen, um den Herrn zu loben.2

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Wenn Kinder Fehler machen, appelliert mit Liebe und Verständnis behutsam an ihre feineren Instinkte. Wenn man die Geduld verliert, schimpft und die Kinder schlägt, wird es sie nur verwirren. Sie verstehen so nicht, was sie falsch gemacht haben. Nehmt euch Zeit, es ihnen zu erklären, auch drei- oder viermal, und das wird schließlich Erfolg haben.2

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Unsere Aufgabe ist es, die Kinder zu erziehen, und sie zu idealen Menschen zu machen – besser sogar als wir. Wenn ihr ein Kind zu entwickeln habt, sagt Meister, dann entwickelt es zu einem Heiligen oder zu einem großartigen Menschen oder zu einem Menschen, der andern hilft. Kinder zu haben, die von keinem Nutzen sind, heißt Lasten für nichts auf sich zu nehmen. Ein Kind sollte entweder ein Heiliger werden oder ein mutiger Mensch oder jemand, der allen dient.3

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Abtreibung ist eine unnatürliche Handlung und führt dazu, dass Leben zerstört wird. Es sollte nicht befürwortet werden, da es klar auf der Hand liegt, dass es karmische Schulden verursacht.2

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Wir müssen uns selbst ändern, bevor wir andere ändern können, aber leider sind wir immer darauf bedacht, die anderen zu ändern. Wir sollten durch Selbstprüfung alle Unzulänglichkeiten – eine nach der anderen – ausmerzen, was überall Frieden bringen wird. Liebe verschönt alles, und wenn wir lernen, jeden zu lieben, können alle Unzulänglichkeiten weggewaschen werden, vor allem, wenn wir auf freundliche und gütige Worte achten.1

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Warum gebt ihr etwas auf Hörensagen? Man wird durch Gerede nur irregeführt. Glaubt erst einmal nichts, solange ihr es nicht selbst seht oder mit eigenen Ohren hört. Glaubt niemandem. Es könnte eine bestimmte Absicht, ein egoistisches Motiv dahinterstecken, und derjenige will vielleicht nur Unfrieden stiften. Glaubt es nur, wenn ihr es seht, und nicht nur seht, sondern auch hört. Selbst wenn wir etwas sehen, führt uns das manchmal in die Irre. Zum Beispiel: Eine Tochter sitzt bei ihrem Vater. Die Leute mögen sagen: "Oh, was ist das, die zwei sitzen beieinander..." Doch hört zu, was sie sprechen. Die Leute sehen alles von ihrem eigenen Standpunkt aus.4

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Jeder Bürger hat eine Verpflichtung dem Land gegenüber, in dem er lebt. Wenn dieses Land angegriffen wird, ist es die Pflicht eines jeden, ob Mann oder Frau, entsprechend der eigenen geistigen und physischen Fähigkeiten die unschuldigen Menschen des Landes zu schützen. Man kann seinen Dienst zum Beispiel in einem nicht kämpfenden Zweig der Armee leisten, wie bei den Sanitätern, dessen Hauptaufgabe es ist, das Leiden der Verwundeten zu lindern. Wenn eine Regierung aus irgendeinem Grund eine Einberufung aller wehrfähigen Männer befiehlt, kann man nicht viel machen. Wenn man wegen Untauglichkeit oder aus einem anderen vertretbaren Grund ehrenhaft vom Militärdienst befreit werden kann, sollte man das unter allen Umständen tun. Alle Heiligen und Meister lehnten nicht nur Kriege, sondern alle Formen von Gewalt ab, die der Menschheit Leiden bringt. Diese Zustände wurden vom Menschen selbst geschaffen, der, in Unkenntnis der Tatsache, dass Gott in jedem Herzen wohnt – seinen Mitmenschen nicht erlaubt, in Freiheit und Frieden zu leben. Alle Lieben, die dazu gezwungen sind, ihre Pflicht ihrem Land gegenüber zu erfüllen, sollten Mut und volles Vertrauen in den gnädigen Schutz und die Führung der Meisterkraft haben, die über ihnen wirkt.5

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Wenn der Schüler ein ethisches Leben führt, schafft dies einen fruchtbaren Boden, in dem die spirituelle Saat rasch wachsen kann. Alle Kinder sind dem Meister gleich lieb, und Er möchte, dass sie zu schönen, liebenswerten Blumen werden, die den intensiven Duft der Liebe Gottes verströmen. Meisters Liebe für Seine Kinder übertrifft alles und ist von höherem Wert als Juwelen, Gold und Perlen. Er möchte, dass Seine Kinder so große Geschenke spiritueller Art erhalten, dass neben ihnen selbst Millionen anderer Gaben aus Gold und Diamanten jede Bedeutung verlieren.1

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Spiritualität ist das höchste Ziel im menschlichen Leben, und es ist auch am schwierigsten zu erreichen. Nur Menschen, die wirklich auf der Suche nach der Wahrheit sind, sollten es wagen, diesen Pfad zu betreten.1

 

Quellennachweis:
1 aus dem Buch "Spirituelles Elixier" von Sant Kirpal Singh
2
aus dem Buch "The Teaching of Kirpal Singh" - Band III
3
aus einem Vortrag, in Virginia am 25. September 1972
4
aus dem Buch "Light of Kirpal" - Kapitel 31
5
aus einem Brief an alle Initiierten vom 6. Oktober 1969