| Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen |
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Von Sant Kirpal Singh, aus dem Buch "Light of Kirpal", Auszug von Kapitel 2 Sant Kirpal Singh: Genaugenommen sollten Männer und Frauen die gleichen Rechte haben. Sie sollten eine Seele in zwei Körpern sein. Sonst haben sie kein harmonisches Familienleben. Gott hat sie gemäß den Rückwirkungen aus der Vergangenheit vereint. Was ich nun sage, entspricht ganz genau den Grundsätzen (der heiligen Schriften). Wenn nach diesen Grundsätzen ein Mann eine Frau erwählt, und sie verlassen einander, sind sie selbst dann Ehebrecher, wenn der Mann oder die Frau wieder heiraten. Das sind Moses Worte. Wir richten uns nicht nach diesen Geboten. Und wirkliches Glück findet man allein, wenn man sich im ganzen Leben nur an einen Menschen bindet. Indien war bekannt dafür. Im Westen gibt es Scheidungsgerichte. Wenn Schwierigkeiten auftauchen, erleben wir täglich, wie Männer und Frauen sagen: "Nun gut, ich gehe!« Wo ist dann Friede? Es gibt keinen Frieden. Schaut nur, wie es ihnen nach sechs Jahren geht: ein Sohn wurde hier geboren, der andere dort. Und zu wem gehören die Kinder? Das ist eine sehr schwierige Lage, würde ich sagen. Indien war bekannt für seine familiäre Beständigkeit, aber diese Krankheit taucht nun auch hier auf. Geschiedene Leute glauben, sie seien fortschrittlich. Aus meiner Sicht haben sie sich durch diese Denkweise selbst entwürdigt. Dadurch gibt es keinen dauerhaften Frieden, Einheit oder Integration. Versteht ihr mich? Es gibt nun auch in Indien Scheidungsgerichte – nicht viele, aber doch die ersten, und das ist zum Schaden des Volkes. Im Westen begegnen wir täglich diesem Problem. Es gibt nur sehr wenige, die ehrlich zueinander sind. Gott hat euch aufgrund der Rückwirkungen aus der Vergangenheit vereint, und nur Er sollte euch trennen. Ihr solltet euch als ebenbürtig betrachten; ihr seid miteinander verbunden, doch nicht als Sklaven – das meine ich nicht – sondern ihr seid als Gleichgestellte miteinander vereint. Ehe bedeutet also, einen Lebensgefährten zu wählen, der uns auf der irdischen Reise in guten und schlechten Tagen begleitet; und wir sollten einander helfen, Gott zu finden. Und eine Pflicht mag es sein, Kinder zu zeugen. Aber wenn es zur Scheidung kommt, sagen sie: "Das ist mein Sohn; den anderen Sohn kannst du behalten." Und die Schwierigkeiten sind ohne Ende. Ein Sohn lebt zuerst beim Vater, zwei Jahre später lebt er bei seiner Mutter. Entschuldigt, wenn ich sage,dass das nicht aufrichtig ist. Scheidung ist eine der Hauptursachen aller Schwierigkeiten im Westen. Und dieses Übel macht sich auch in Indien breit – es tut mir leid,dass ich das sagen muss. Auch die Mohammedaner erlauben die Scheidung mit Einschränkungen. Wenn sich jemand scheiden lassen will, muss er es drei Monate zuvor bekanntgeben und dann nochmals sechs Monate überdenken – das ist Gesetz. Und erst, wenn er und seine Frau nach etwa einem Jahr nicht versöhnt werden können, werden sie geschieden. Und bei der Scheidung muss der Mann etwas bezahlen. Seht ihr? So ist es bei den Mohammedanern. Im Hinduismus war das bisher nicht der Brauch. Wenn man erkannt hat, dass man sich einander anpassen muss, wird man es tun. In meinen Briefen findet ihr den Rat: "Bitte versucht, euch einander anzupassen." Und viele Ehepaare, die schon die Scheidung eingereicht hatten, kehrten zueinander zurück. Und nun leben sie gut miteinander. Wenn ihr einmal erkannt habt,dass ihr zusammenbleiben müsst, werdet ihr euch einander anpassen. Wenn nicht, wird der eine diesen und der andere jenen Weg gehen, und ihr werdet keinen Frieden finden. So sage ich immer: "Seid freundlich zu eurer Frau, seid ehrlich, liebevoll, passt euch ihr an, lasst euch nicht gehen." Und zur Frau: "Wenn dich dein Mann hasst, musst du aufrichtig sein." Und in vielen Fällen erlebte ich,dass sie zu einem normalen Leben zurückgefunden haben. Versucht also jeden Tag von neuem, euch einander anzupassen. Heute ist es so, dass ein junger Mann heiratet und sich nach zwei Jahren wieder scheiden lässt. Er heiratet eine andere, und auch die Frau sucht sich wieder einen Mann. Zwei Jahre später lässt er sich wieder scheiden. Jedesmal, wenn er eine neue Ehe schließt, muss er wieder die Rolle eines jungen Mannes annehmen, und so bleibt er immer an ein Leben der Sinne gebunden. Ich erkläre das vom spirituellen Gesichtspunkt aus. Das sind also ganz strenge Gebote, die ich euch gebe. Ihr seht, man kann Gut und Böse nicht aus der Welt schaffen, aber wir müssen dafür sorgen,dass das Gute überwiegt. Verheiratete sollten sagen: "Du und ich – wir müssen irgendwie weitermachen – wir haben uns einander noch nicht angepasst, doch wir sollten es versuchen." Aber wenn einer der beiden mit Scheidung droht, wird sich der andere rächen. Das ist der falsche Weg, ihr werdet keinen Frieden finden, solange ihr euch mit lauter solchen leichtfertigen Gedanken quält. Ich erkläre euch das einfach von einem ganz realistischen Gesichtspunkt aus, das ist alles. Ich führte einmal einen langen Briefwechsel über dieses Thema. Es gibt schon ein paar Fälle, wo es wirklich keine andere Lösung gibt, aber das sind sehr, sehr wenige – und sie sind nicht mit dem zu vergleichen, was heute üblich ist. Mit einer kleinen Ausrede kann heute jeder sagen: "Ich lasse mich von dir scheiden." Wie kann man zwei Männer oder zwei Frauen gleichzeitig lieben? Und schließlich gibt es da auch gewisse Verpflichtungen. Was ich sage, ist keine tiefgründige Philosophie, sondern einfach gesunder Menschenverstand. Auf diese Weise werdet ihr mehr Frieden finden. Und ich sehe,dass die, die sich an mich wandten und mir geschrieben haben, ihre Meinung änderten. Für die, die bereits geschieden waren, war es zu spät, aber die, die vor hatten, sich scheiden zu lassen, änderten ihre Meinung. Nun führen sie ein verhältnismäßig friedliches Leben. Um euch ein Beispiel zu geben: wenn ihr nur einen Armreifen tragt, ob aus Eisen oder Gold, wird er keinen Lärm machen. Aber wenn ihr zwei oder drei tragt, werden sie ständig leise klirren. Ein Herz, das an so vielen Orten gebunden ist – wo findet es Frieden? Manchmal wird es dorthin, ein andermal dahin gezogen. Das ist also eine sehr wichtige, sehr ernste Frage, über die man sich schon Gedanken machen sollte. Ich bedauere es sehr,dass dieses Übel auch in Indien Eingang gefunden hat. Ich glaube, schon jetzt beeinflusst es zehn Prozent aller Ehen. Schaut, wenn einmal ein Brauch beginnt, dann setzt er sich fort. Es dauert seine Zeit, aber die Entwicklung, die jetzt begonnen hat, wird sich mehr und mehr negativ auswirken. Was die Familienplanung betrifft, so weist Indien heute die höchste Geburtenrate auf. Frage: In Indien sieht man überall Plakate, die für die Familienplanung werben. Billigt ihr das? Sant Kirpal Singh: Ehrlich gesagt, nein. Sie sollten Enthaltsamkeit beachten, Keuschheit bewahren. Das ist etwas sehr Kostbares. Und sie zerstören es. Ich bin nicht für die Familienplanung, das sage ich euch ganz ehrlich. Es geht doch darum,dass es euch spirituell, intellektuell und physisch hilft, wenn ihr diese Kraft bewahrt. Wir fehlen jeden Augenblick. Im Tagebuch gab ich euch eine Spalte für Keuschheit in Gedanken, Worten und Taten. Damit habe ich wohl klargemacht, was ich denke. |