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Von Sant Kirpal Singh, aus dem Buch "Light of Kirpal", Kapitel 38 Die Meister haben (die Wirklichkeit im Inneren) selbst gesehen. Sie sahen und sprachen dann (von Gott). Wir können das, was sie sagen, nicht wirklich schätzen – echt schätzen, würde ich sagen. Deshalb sage ich: Glaubt nicht einmal den Worten eines Meisters, bevor ihr selbst gesehen habt. Das ist eine ganz offene Wahrheit.
Alle äußeren Zeremonien sind nebensächlich. Sie sind Hinweise, die darauf hindeuten sollen, dass es da etwas gibt. Alle sagen das, seht ihr. Kabir sagt: "Ich gehe, um mit Gott vermählt zu werden – oh ihr Menschen, ich gehe, um Gott angetraut zu werden." Das ist die Hochzeit der Seele mit der Überseele. Können wir das auch sagen? Seht also zuerst und sprecht dann (von Gott).
Der große Unterschied zwischen einem Heiligen und anderen ist, dass diese zwar lange philosophische Darlegungen machen können, Ihn (Gott) in Wirklichkeit aber nie gesehen haben. Bücherwissen ist eine einzige Wildnis – es führt kein Weg heraus. Selbst die Worte der Meister werden nicht in ihrem rechten Licht verstanden – solange nicht, bis ihr selbst seht. Alle sagen: "Gott ist Licht" – alle sagen das. Niemand sagt, Gott sei Dunkelheit. Auch die, die nicht selbst gesehen haben, sagen, Gott sei Licht. Das aber bedeutet zu reden, ohne selbst gesehen zu haben.
Das Wichtigste ist also, (selbst) zu sehen und erst dann zu sprechen. Täuscht euch nicht. Wir täuschen unser Selbst; zuerst täuschen wir Gott und dann die anderen. Es waren nur die Meister, die immer sagten: "Seht erst (im Inneren) und sagt dann: 'Es gibt Gott!'" Andere sprechen nur aufgrund von Schlussfolgerungen oder Gefühlen. Intellektuelle Schlussfolgerungen und Gefühle unterliegen alle dem Irrtum. Die Meister sagen: "Wir haben gesehen." Wo? In diesem menschlichen Körper, in dem das ganze Universum enthalten ist. Warum können wir nicht sehen? Das ist eine natürliche Frage. Ihr sagt vielleicht: "Du hast Ihn im Tempel des menschlichen Körpers gesehen." Gut – aber wie? Warum können wir Ihn nicht sehen, wenn Er doch da ist? Wenn dort Licht ist und auch ich dort bin, warum kann ich dann das Licht nicht sehen? Das Gemüt steht dazwischen. Wir stehen unter der Herrschaft des Gemüts, das Gemüt wird wiederum von den nach außen gerichteten Sinnen beherrscht, und diese werden von den äußeren Vergnügungen angezogen. Solange wir uns nicht von außen zurückziehen – von den Verzweigungen der nach außen gerichteten Sinne, dem Gemüt, dem Intellekt, können wir nicht sehen. Die Leute sagen: "Worin besteht der Beweis?" Setzt euch hin und seht, das ist alles. Die Menschen erhalten etwas, entsprechend dem spirituellen Hintergrund, den sie haben. Aber etwas ist auf jeden Fall da. Das Kennzeichen eines Meisters ist einzig und allein, dass Er euch einen praktischen Beweis geben kann, sei es weniger oder mehr. Alle Meister und fast alle Schriften sagen das. Selbst wenn ihr die ganzen Schriften auswendig kennen würdet und euer Kopf voll damit wäre – wozu wäre das gut? Schmeckt ihr etwas, wenn ihr nur im Pudding rührt, ohne den Löffel zum Mund zu führen? Nein! So kann man es ganz einfach und natürlich sagen. Die Meister brauchen keine Philosophie, um das, was sie sagen, zu untermauern. Sie sagen: "Es gibt Gott, geht hin und seht Ihn." Der Sohn kennt den Vater und die, denen der Sohn es enthüllt. Lest die Lebensberichte der Heiligen. Sie vermitteln euch das Besondere im Leben dieser Menschen. Wenn man die Biographien der Heiligen liest, gibt einem das mehr als sämtliche Schriften. Jeder Heilige hat seine eigene Schönheit, seine Größe. Ein Prinzip verwirklichte sich in ihrem Leben.
Das Größte ist also, dass ihr den menschlichen Körper erhalten habt. Und was ist das Höchste, das ihr im menschlichen Körper erreichen könnt? Gott zu erkennen, Gott zu sehen. Guru Nanak wurde die Frage gestellt: "Mit welchen Augen siehst du Gott?" Er antwortete: "Nicht mit den Augen aus Fleisch und Blut, sondern mit dem inneren Auge, oh Nanak." In der Bibel heißt es: "Wenn dein Auge einfältig ist, wird dein ganzer Körper Licht sein." Er (Christus) bezieht sich hier nicht auf das äußere Auge. "Es ist besser, mit einem Auge zur Welt zu kommen als mit zwei, denn wenn ihr immer durch zwei Augen wirkt, werdet ihr zur Hölle fahren." Das ist die Essenz aller Lehren, seht ihr. Habt ihr das erkannt? Dann ist es in Ordnung. Entwickelt euch weiter. Seht, seht, seht – seht so sehr, dass ihr euch selbst vergesst, damit ihr sagen könnt: "Nicht ich bin es, sondern Christus lebt in mir." Der Weg, um das zu erlangen, ist allein die Liebe. Liebe entwickelt Empfänglichkeit. Euer eigenes Selbst ist dann so sehr im Überselbst vertieft, dass ihr euch selbst vergesst. Deshalb sagte der heilige Paulus: "Nicht ich bin es, sondern Christus lebt in mir." Das sind die Tatsachen. Das wird Gurmukhta genannt – Handeln des Meisters. Wenn ihr durch die Liebe in Ihm aufgeht, dann vergesst ihr euer kleines Selbst. Ihr erhebt euch dann in euer wahres Selbst, tretet heraus und werdet von neuem geboren. Ihr werdet eins.
Gestern abend habe ich euch einige Anschauungen aus dem christlichen Glauben auseinandergesetzt. Ich bringe keine neue Religion. Warum nicht? Das würde die Menschen nur weiter in eine falsche Richtung führen. Sie würden sich in noch mehr Irrtümer verwickeln, von Unwissenheit ganz zu schweigen. Glaubt, was Er (der Meisterheilige) sagt, denn das, was Er sagt, sieht Er auch selbst. Andere sprechen von Dingen, die sie nicht selbst gesehen, sondern nur gefolgert oder gefühlt haben, und Schlussfolgerungen und Gefühle sind alle dem Irrtum unterworfen. Sehen steht über allem. Seht, Gott ist ganz allein. Er hat weder Vater noch Mutter. Er möchte, dass jeder von uns ganz allein zu Ihm kommt. Er will nicht, dass ihr eure Kinder, eure äußeren Angelegenheiten, euren physischen Körper oder euren Intellekt mitbringt. Er möchte das alles nicht. Kommt ganz allein, geht allein zu Ihm. Er wartet auf euch. Das bedeutet Meditation. Was bedeutet Meditation? Mit Ihm ganz allein zu sein, nicht wahr? Das ist ganz einfach, nichts daran ist kompliziert. Durch ihr eigenes intellektuelles Tauziehen haben die Menschen es schwierig gemacht, diese Dinge zu verstehen.
Ihr wollt ganz allein zu Ihm gehen, so zieht euch ganz von außen zurück. Wie könnt ihr zu Ihm gehen, wenn ihr in äußere Dinge vertieft seid? Und selbst wenn ihr vor Ihm sitzt wie ein Blinder, wollt ihr etwas von Ihm: "Gib mir dies, gib mir das und jenes …, Dinge dieser und der anderen Welt." Ein Heiliger hat einmal ein Gebet gesprochen, und dieses Gebet ist wirklich vollkommen: "Oh Gott, ich möchte ein Geschenk von Dir." Und welches Geschenk? "dass ich nichts von Dir erbitte. Tue Du, was das Beste für mich ist." Manchmal beten wir um etwas, bekommen es, und später bereuen wir es dann wieder: "Warum haben wir nur darum gebeten?" Ist es nicht so? Das ist also das beste Gebet: "Oh Gott, oh Meister, gib uns das, was Du als das Beste für uns erachtest; wir wollen einfach nur zu Dir zurück."
Wie kann ein Mensch, der in so viele äußere Dinge verwickelt ist, zurückgehen? Christus hat ein Gleichnis dafür gegeben. Es ist leichter für... Wisst ihr es? ... für ein Kamel, durch ein Nadelöhr zu gehen, als für einen Reichen, in das Königreich Gottes einzutreten. Wie kann ein Mensch, der in so viele äußere Dinge vertieft ist und hundertundein Eisen im Feuer hat, sich von außen zurückziehen? Das ist das erste Problem – wie könnt ihr euch zurückziehen? Ihr erfreut euch an äußeren Vergnügungen, und solange ihr nichts Freudvolleres im Inneren erhaltet, könnt ihr euch von außen nicht zurückziehen. Ein Kind, das mit seinen Spielsachen spielt, kann sie erst liegen lassen, wenn ihr ihm etwas Süßes gebt.
Einige schreiten rasch fort und fallen dann wieder zurück. Gott hilft denen, die sich nicht selbst helfen. Gott hilft auch jenen, die sich selbst helfen, aber nur jenen, die sich zwar selbst helfen, sich aber bei all diesen Bemühungen selbst vergessen, sich selbst verlieren – erst dann hilft Gott ihnen, vorher nicht. Welches von beiden ist das einfachere, das erste oder das zweite?
"Sich nicht selbst zu helfen."
Helft euch nicht selbst. Ihr werdet sehen, wie ihr dabei fortschreitet. Ihr werdet (den Tonstrom) hören. Zieht euch ganz einfach zurück – in euer eigenes Selbst. Das ist alles.
"Und das ist eine Sache des Glaubens?"
Glaube?
"Es hängt davon ab, wieviel Glaube man hat?"
Schau her, Glaube hat man nur aufgrund der Auswirkungen der Vergangenheit oder wenn man sieht (eine praktische Gotterfahrung hat). Woher kommt Glaube? Entweder durch die Auswirkung der Vergangenheit – der Mensch ist in der Entwicklung – oder wenn man tatsächlich etwas (im Inneren) bekommen hat. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als der Krieg zwischen Pakistan und Indien ausbrach, beteten sehr spirituelle, religiöse Menschen Tag und Nacht zu Gott. Damals wurden Tausende getötet. Da sagten sie: "Wo, oh Gott – oh, wo bist Du?" Weil sie selbst nicht sahen (keine praktische Gotterfahrung hatten), brach ihr Glaube. Der Glaube besteht nur, solange ihr alles habt, um eure Wünsche zu erfüllen. Wenn das nicht gegeben ist, dann...
Der Glaube ist also die Quelle aller Religionen, das ist wahr, aber woher kommt er? Das ist der wesentliche Punkt. Entweder als Rückwirkung der Vergangenheit, oder wenn ihr wirklich etwas (im Inneren) gesehen habt. Blinder Glaube hilft euch also nicht weiter bzw. nur bis zu einem gewissen Ausmaß, nicht mehr. Wenn alles nach unserem Wunsch und Wohlgefallen läuft, dann sagen wir: "Oh, Gott ist gut." Aber wenn ihr in Schwierigkeiten kommt und euch keiner hilft, dann sagt ihr: "Oh, wo ist Gott?" Predigen geht nur zu Herzen, wenn Menschen aus der Überfülle ihres Herzens sprechen und das sagen, was sie selbst leben. Wird der Bogen bis zur Brust gespannt (wo das Herz liegt), trifft der Pfeil sein Ziel. Was von der Ebene des Intellekts kommt – Worte, lange Reden, Vorträge, die vielen Bücher – kann nur wenig oder nichts bewirken. Das liegt auf einer Ebene, wie man eben – wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf – aus dem hohlen Bauch redet. Wie können solche Menschen anderen helfen? Sie streben nicht nach den wahren Dingen. Also, seht zuerst und sprecht dann, das ist der wesentliche Punkt. Ich schreibe immer in meinen Rundschreiben, dass die Gruppenleiter und die anderen nur über das sprechen sollten, wovon sie voll überzeugt sind. Sonst sagt einfach: "Gut, das haben wir gelernt." Das ist alles. Manchmal handeln wir wie Chefs: "Oh, das ist alles richtig, mein Wort ist Gottes Wort." Solche Leute gibt es, im allgemeinen sind es ganz wenige. Sie bewirken weiter nichts bei den Menschen, da sie so sehr in der Farbe der Welt gefärbt sind, dass keine andere Farbe durchkommen kann.
Das Thema heute ist also: "Seht zuerst und sprecht dann." Befolgt die Worte des Meisters oder der Heiligen. Sie kommen immer wieder (in die Welt). So wie sie von Zeit zu Zeit gekommen sind, werden sie wohl auch in Zukunft wieder kommen. Es gibt kein Gesetz, das dagegen spricht, denn wir alle sind Seine Kinder. Der Vater kümmert sich um Seine Kinder – auf welche Art? Indem Er Seine verschwenderischen Söhne wieder zu sich zurückbringt, seht ihr?
Lasst also von allen Philosophien ab. Wisst ihr, was das Wort 'Philosophie' bedeutet? Liebe zu Gott. Es kommt von dem Begriff philosophia – Liebe zu Gott. Und ein Philosoph ist ein Gottliebender. Heute verstehen wir das anders – wir dringen nicht zur Wurzel des Wortes vor. Jemand fragte Sokrates: "Liebst du die Wahrheit?" Er antwortete: "Ja." Die nächste Frage war: "Liebst du Plato?" Er antwortete: "Ja, ich liebe Plato." "Und wen liebst du mehr?" "Ich liebe die Wahrheit mehr als Plato." Wir sollten also alle Philosophen (im wahren Sinn des Wortes) sein. Heute versteht man unter Philosophie ein intellektuelles Ringen, ein logisches Schlussfolgern, das ist alles. Versteht ihr jetzt, worin der Unterschied zwischen den Worten eines Heiligen und eines anderen Menschen liegt? Diese Dinge werden in Büchern nicht so klar dargelegt, sage ich euch ganz ehrlich. Ein Philosoph ist einer, der Gott liebt – der Ihn liebt und auch sieht. Ich gebe euch weiter, was ich in meinem Leben gelernt habe. Ich wünsche euch das, seht ihr. Jeder Vater möchte, dass sein Kind sich weiter entwickelt als er. Es gibt kein anderes Ziel als mit Ihm dort (in der ewigen Heimat) zusammenzusein. Sie (die Meister) sind dort alle eins. Wir sind alle Mikrogötter, Söhne des gleichen Vaters, Brüder und Schwestern in Gott. (Wir sagen jedoch:) "Ich bin Christ, Mohammedaner, ich bin dies, ich bin das." Das sind doch nur äußere Zeichen, die ihr am Körper tragt, nicht wahr? Ihr seid Menschen. Ihr seid nicht einmal Menschen, ihr tragt nur den Körper eines Menschen. Ihr seid etwas anderes: ein bewusstes Wesen, umhüllt vom Gemüt, von Materie und den nach außen gerichteten Sinneskräften, mit denen ihr so sehr identifiziert seid, dass ihr euch selbst vergessen habt, das ist alles. Deshalb sage ich: "Oh Mensch, erkenne dich selbst." Ich achte alle Schüler. Die Meister kamen immer wieder, um entsprechend dem Bedarf der Zeit zu lehren. Im Westen gab es die Puritaner. Sie waren Soldaten der Wahrheit – Khalsas. Khalsa bedeutet: Einer, in dem das göttliche Licht in aller Fülle strahlt. Jeder, in dem Gott voll offenbar ist, ist der Sohn Gottes. Auch die anderen sind Gottes Söhne, aber sie haben es noch nicht erkannt – nicht gesehen.
Die Meister sagen niemals: "Wir sprechen", sondern "Er spricht." Sie sagen nicht das, was sie sagen wollen, sondern das, was (von innen) kommt – entsprechend der Notwendigkeit, dem jeweiligen Bedarf. Sie 'sprechen' Bücher. Sie 'sprechen' Schriften; die Schriften kamen durch sie, nicht wahr? Sie sind Menschen wie ihr. Sie haben den menschlichen Körper erhalten und wurden auf die gleiche Art geboren. Ich würde wünschen, dass ihr alle diese Dinge beachtet. Ihr würdet euch unglaublich schnell wandeln. Das stellt sich ein, wenn man Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele und all seiner Kraft liebt – und weiter? "Seinen Nächsten liebt wie sich selbst."
Warum? Wenn ihr sagt, dass ihr Gott liebt, aber eure Brüder hasst, dann seid ihr Lügner. Nicht wahr? Das steht in allen Schriften. Es geht nur darum, eure Aufmerksamkeit von einer Seite ab- und einer anderen zuzuwenden, das ist alles. Bulleh Shah, ein Heiliger, kam einmal zu seinem Guru, der Gärtner war und gerade Setzlinge von einem Beet ausgrub und in ein anderes einsetzte. Er fragte ihn, wie man Gott erreichen könne; wie man Ihn sehen könne. Der Meister antwortete: "Lieber Freund, es ist so einfach, wie wenn man ein Pflänzchen aus einem Beet ausgräbt und in ein anderes wieder einsetzt." Ihr seid Aufmerksamkeit – wendet eure Aufmerksamkeit von einer Seite ab und einer anderen zu. Das ist es – in ganz einfachen Worten erklärt. Zieht eure Aufmerksamkeit von außen zurück und wendet sie nach innen; dann werdet ihr sehen. Sie (die Meister) wollen, dass ihr im Inneren selbst seht. Dann werdet ihr sagen: "Lass mich nur Dich allein sehen, keinen anderen. Das ist alles." Und wo? In eurem eigenen Selbst. Er ist die Kraft, die über euch wacht und in euch wohnt. Ihr und Er wohnen beide in diesem menschlichen Körper. Wollt ihr Ihn sehen? Dann richtet eure ganze Aufmerksamkeit nach innen. Das ist alles. Ein und dieselbe Sache wird auf so viele verschiedene Arten erklärt. Die einzige Schwierigkeit ist, dass wir Gott gar nicht sehen wollen. Seid sicher! Täuscht euch nicht selbst! Wenn ihr Ihn sehen wollt, dann werdet ihr Ihn sehen. Er wartet auf euch. Aber ihr seid mit eurer Aufmerksamkeit dort (in der Welt) beschäftigt. Ihr braucht die Welt nicht zu verlassen, aber bezahlt eure Schulden, und dann kommt nach Hause – bitte!
Nachdem ich meine Ausbildung abgeschlossen hatte, hatte ich zwei Dinge zur Auswahl: Das eine war weltliches Streben. Ich liebte es, Schriften zu studieren. Während meiner Schulausbildung habe ich zwei Büchereien ausgelesen. So standen mir zwei Dinge offen: Gott oder die Welt. Niemand war da, um mir einen Rat zu geben. So ging ich ganz allein in die Wildnis, abends ab sechs, sieben, bis manchmal ein oder zwei Uhr in der Nacht. Schließlich kam ich zu dem Schluss: Zuerst Gott und dann die Welt. Seht ihr. Das Ergebnis war, dass jede Stufe, die ich nahm, mich dem Ziel näher brachte: "Zuerst Gott – warte (Gemüt)." Steht Gott an erster Stelle oder die Welt? Wir stellen Gott an die erste Stelle und wollen von Gott, dass Er uns in der Welt hilft, das ist alles. Jeder muss darüber entscheiden, was er will. Wir lassen uns ziellos treiben. Manchmal wollen wir Gott, manchmal die Welt. Entscheidet also erst, was ihr wollt. Manchmal sage ich zu den Menschen: "Entscheidet, was ihr von heute an wollt." Ihr müsst ein Ziel vor Augen haben und dafür arbeiten. Tut etwas dafür. Wenn ihr auch nur einen Schritt (täglich) unternehmt, wird euch das dem Ziel näherbringen. Manchmal rennt ihr wie ein Hase, dann schlaft ihr wieder, und dann wieder wendet ihr euch etwas anderem zu. Es ist besser, so beharrlich wie eine Schildkröte einen Schritt vor den anderen zu setzen – Schritt für Schritt, jeden Tag, und sich nicht umzuwenden, sondern jeden Tag vorwärts zu gehen. Ihr seid auf dem Weg. Gott wartet auf euch – auf jeden einzelnen von euch.
Auch auf mich wartet Er. Ich möchte auch zurück (in die ewige Heimat). Ihr seht, wie sehr ich hier gefangen bin.
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