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Home Worte von Sant Kirpal Singh Worte 2002/1 Die Bedeutung des Satsangs
Die Bedeutung des Satsangs


Vortrag von Dr. Harbhajan Singh, 13. Mai 1989

Der Satsang schirmt wie eine schützende Hecke gegen viele negative Einflüsse ab. Ihr müsst die Blüte, die Frucht (der Saat, die Meister in euch eingepflanzt hat), schützen. Deshalb sollte es so sein, dass man die ganze Woche auf das Wochenende wartet, um wieder zusammenzusein.

Wenn ihr beisammen seid, lösen sich viele Probleme von selbst. Auch Christus sagte: "Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen." Meister sagt, dass man es gar nicht beschreiben kann, was es bedeutet, wenn Menschen in liebevoller Erinnerung an Ihn zusammen sind; dass man einen solchen Ort nicht genug loben kann, wo Menschen in Seinem Namen beisammen sind, wo sie über ihre Zukunft und über ihre Lebensaufgabe entscheiden, wo sie entscheiden, für andere zu leben, ihre alten Probleme vergessen und sie der Meisterkraft hingeben! Ihr könnt hier dieses Erbe wiedererlangen, das ihr verloren hattet. Wenn ihr zum Satsang kommt, erhaltet ihr alles, vorausgesetzt, ihr löst euch bewusst von der Welt. Ihr erhaltet einen Auftrieb, einen bewussten Auftrieb im Leben, der euch bei eurer Entwicklung helfen wird – im weltlichen wie im spirituellen Bereich. Meister ist durch all diese Lebensumstände hindurchgegangen, Er kennt die Höhen und Tiefen im Leben Seines Schülers. Er kennt ein Heilmittel für alles, und weiß, wie er jede (Krankheit) heilen kann.

Satsang ist also ein Ort, wo wir Meister sehen mögen oder nicht, aber Er ist bei jedem von uns. Er hört uns. Er versucht, dem Herzen eines jeden nahezukommen. Er schaut was jeder im Herzen hat und versucht, alle Probleme aufzulösen, die Probleme der Schüler durch Seine Macht zu beseitigen. Denn im Satsang steht ihr direkt unter Seiner Schwingung. Der Satsang ist ein Ort, wo die Negativität keinen Einfluss hat, wo Meister freie Hand hat, euch alle nur erdenkliche Gnade zu geben, alles, was gerade notwendig ist, für das Weltliche oder für euren spirituellen Fortschritt. Er weiß am besten, was zu tun ist, was Er euch geben soll und was nicht. Satsang ist ein Ort, wo ihr euch über eure Schwächen keine Sorgen zu machen braucht, wo allein die Hingabe eine große Rolle spielt.

Wenn ihr (zum Satsang) kommt, solltet ihr alles andere beiseite lassen und mit ganzem Herzen dabei sein. Ich sage euch, wenn wir die Dinge (im Satsang) hören, denken wir: "Der ist gut, das wollen wir!" Auch mit dem Verstand finden wir, es wäre gut, das zu erhalten. Aber im Innersten unseres Herzens wollen wir etwas anderes, wir wollen es nicht wirklich von ganzem Herzen. Wenn wir es uns von ganzem Herzen wünschen, ist die Lösung bereits da. Meister führte das Beispiel von Majnu, Lailas Geliebten, an. Einmal sagte man ihm: "Gott möchte dich sehen!" Er antwortete: "Ja, wenn Gott mich sehen will, soll er in Form von Laila kommen!" – er brauche Gott nicht, außer Er käme in der Gestalt von Laila. Wenn Majnu stirbt, wem wird er begegnen? Gott oder Laila? Er wird sicher Laila treffen und nicht Gott!

Er wird wieder in die Welt zurückkehren müssen, um wieder an dieser Verhaftung zu leiden.

Solange unsere Wünsche erfüllt werden, sind wir mit Meister zufrieden, nicht aber, wenn sie nicht erfüllt werden. Das ist nur das Gemüt, das sich einmischt und stört. Kontrolliert euer Gemüt und erhebt euch über die Probleme! Was ihr (vom Gemüt her) tun wollt, wird nicht ausreichend sein. Das kann euch in die falsche Richtung bringen. Ich sage euch, wer nicht zum Satsang kommt, wer nicht zu sehen ist, wenn während des Satsangs die strahlende Form des Meisters anwesend ist, dessen Reise verzögert sich mit Sicherheit. Meister sagt: "Selbst wenn ihr krank seid, kommt! Versucht, auch dann zu kommen!" Selbst wenn es so aussieht, als könntet ihr unmöglich kommen, kommt! Und dann seht selbst, wie euch von der Meisterkraft geholfen wird. Es gibt viele Begebenheiten, die sich im Leben von Meistern und ergebenen Schülern ereigneten. Als sie hundertprozentig der Lehre ihres Meisters gehorchten, war es ein Wendepunkt in ihrem Leben. Als sie den Wunsch ihres Meisters hundertprozentig erfüllten und die Barrieren, die die negative Kraft geschaffen hatte, übersprangen, gab ihnen ihr Meister etwas, das alle Menschen, die jemals die Welt betreten werden, bewundern werden. Es gibt Berichte über solche Schüler. Sie liebten die Anweisungen ihres Meisters mehr als die Verhaftungen, mehr als die Schönheiten, mehr als alles andere in der Welt. Sie sagten: "All das bedeutet uns nichts!"

Ihr wisst, einmal war Meisters Sohn krank, und der Arzt sagte zu Ihm, Er solle sich frei nehmen, da es sein könnte, dass Sein Kind nicht mehr lange leben würde. So nahm Meister sich frei. Aber Er hatte mit Seinem Meister eine Zeit vereinbart, in der Er in Amritsar Satsang zu halten hatte. Meister sagte: "Ja, gut, es ist die Anweisung meines Meisters, ich muss zum Satsang gehen. Gott weiß, was geschehen wird. Ich kann das Kind nicht retten, das ist Seine Aufgabe, das ist die Arbeit des Meisters. Warum sollte ich deshalb meine Pflicht versäumen?" Er ließ Sein Kind in einem sehr ernsten Zustand zurück und fuhr direkt zum Satsang nach Amritsar. Nachdem Er den Satsang beendet hatte, dachte Er: "Die Hälfte der Strecke habe ich schon zurückgelegt, und mein Meister wohnt nicht weit von hier, ich möchte Ihn besuchen." So fuhr Er hin. (Als Er dort ankam), erhob sich Baba Sawan Singh sofort vom Bett. Er wurde sehr traurig. Unser Meister fragte Ihn daraufhin: "Meister, warum bist Du traurig?" Er fragte: "Wie geht es dem Kind?" Ich sage euch, solche Persönlichkeiten wissen alles, aber sie wissen auch, wie sie Ihre Fähigkeiten verbergen können. Sie wissen alles ganz genau, sie kennen das Herz eines jeden, aber sie bewahren diese Geheimnisse in ihrem Herzen. Sie versuchen, durch die Schwingung und dadurch, dass sie die Probleme direkt im Innern lösen, jemanden davon zu befreien. Meister hat viele Wege, um jemanden zu korrigieren. Meister sagte also zu Seinem Meister: "Oh mein Meister, warum bist Du traurig? Allein, wenn man Deinen Namen ausspricht, verschwinden viele Probleme wie von selbst. Warum bist Du so nachdenklich?" Baba Sawan Singh antwortete: "Kirpal, als Du Deine Last von den Schultern geworfen hast, mußte ich sie tragen. Ich muß jetzt darüber nachdenken, was zu tun ist." Als Meister zurückkam, war Sein Kind ganz gesund.

Ich erzähle euch diese Beispiele nur, weil ihr die Bedeutung des Satsangs erkennen müsst. Wir müssen uns dort einfinden. Denkt ihr, dass es genügt, wenn ihr nur mit dem physischen Körper hier seid? Ihr solltet ganz bewusst kommen. Eure Aufmerksamkeit sollte im Satsang sein. Eure Aufmerksamkeit wird bewirken, dass ihr wirklich da seid. Wenn ihr aber eure Aufmerksamkeit auf etwas anderes gerichtet habt, seid ihr dort (und nicht im Satsang). Wenn jemand zwar physisch hier sitzt, seine Aufmerksamkeit aber irgendwo draußen umherwandert, ist er nicht im Satsang, er ist dann dort und wird die Frucht, die im Satsang gegeben wird, nicht erhalten. Satsang ist also ein Ort, wo ihr viel zu tun und zu beenden habt. Es ist der Hof Gottes, sage ich euch. Es ist zwar ein kleiner Raum, doch es ist der Hof Gottes, wo ihr überall euer zukünftiges Leben entscheiden könnt, wo Entscheidungen für die kommende Generation getroffen werden, wo für die ganze Schöpfung entschieden werden kann.

Der Satsang ist ein Zufluchtsort für die Seele. Meister sucht immer einen Ort, der allein diesem Zweck geweiht ist. Nichts anderes sollte dort gemacht werden, er sollte keinem anderen Zweck dienen. Heilige Orte sollten heilig gehalten werden, denn dort wohnt Er. Wenn ein solcher Ort auf diese Weise errichtet wird, bringt er Tausenden von Menschen diese Schwingung. Meister sagte: "Haltet Seinen Platz immer sauber und rein, heilig und strahlend. Das wird euch und auch allen anderen helfen."

Eure Hingabe zählt. Kommt mit guten Gedanken und tut Gutes. Denkt an Gott! Denkt über Gott nach und wie ihr andere verbessern könnt.

Das bewusstsein erwacht, wenn ihr euch trefft, wenn ihr beisammen sitzt und zusammen lernen wollt, wenn ihr die süße Erinnerung an die Meisterkraft habt, wenn die Schwingung da ist. Durch die Schwingung nimmt das bewusstsein zu. Man kann es nicht kaufen, man kann es nicht aus Büchern bekommen. Wenn ihr zusammensitzt, werdet ihr Meisters Gegenwart fühlen. Ihr werdet Meisters Schwingung fühlen, und durch diese Schwingung erhält die Seele alles ganz direkt. Ihr werdet ganz sicher eine dauerhafte Veränderung in eurem Leben bemerken.

In Indien gab es eine Königin mit Namen Dhara Ram. Obwohl sie die Frau eines großen Königs war, ging sie immer zu einem kompetenten Meister. Ihr Mann war sehr ärgerlich darüber. Er verbot ihr wiederholt, dorthin zu gehen. Doch wenn der König schlafen gegangen war, ging sie wieder hin. Aber sie sagte: "Nein, ich gehe nicht weg!" Immer, wenn der König in der Nacht aufstand, (um nachzusehen), fand er sie im Bett. Doch selbst dann zweifelte er daran, ob sie im Palast bliebe. Eines Tages war sie im Satsang, und der König fand heraus, dass sie nicht im Palast war – und ging geradewegs dorthin, (wo der Satsang abgehalten wurde). Er ging nicht hinein, aber er nahm einen ihrer Schuhe, die draußen standen, mit in den Palast. Es war ein außergewöhnlicher Schuh, mit Juwelen und Diamanten besetzt. Der König dachte: "Jetzt habe ich sie überführt, und sie wird mit Rede und Antwort stehen müssen. Ich werde ihr eine Lektion erteilen." Als der Satsang beendet war, und sie herauskam, standen zwei Schuhe da. Sie zog sie an und ging zurück. Als der König genau den gleichen Schuh sah, war er sehr überrascht. Er sagte: "Hier ist dein Schuh!" Sie sagte: "Nein, das ist der Schuh, den du gebracht hast, aber das sind nicht die richtigen Schuhe. Dieser Schuh ist ein Geschenk meines Meisters." Wer hatte ihn ihr gegeben? Die Gotteskraft im Innern. Sie hatte ihr geholfen, denn sie stand zur Wahrheit. Sie tat vieles, um ihre Wünsche zu opfern. Obwohl sie eine Königin war, hatte sie keine großen Ansprüche, was ihre Bequemlichkeit und ihre Gesundheit betraf. Sie meditierte sehr regelmäßig und ging regelmäßig zu ihrem Meister. Ohne Essen konnte sie leben, nicht aber ohne Satsang. Sie wusste, dass dort das Wasser und Brot des Lebens ist. Ohne dieses Wasser war sie immer durstig, und ohne dieses Brot war sie immer hungrig.

Der Satsang ist ein Ort, wo das Thema sich von selbst ergibt, ihr braucht es nicht mitzubringen. Alle Gnade kommt von selbst. Ihr wisst, wenn im Weltlichen ein Schüler einen Tag nicht in die Schule geht, ist er eine Lektion hinter den anderen zurück. Geht er zehn Tage lang nicht zur Schule, ist er mindestens zehn Lektionen hinterher. Und die Vagabunden, die immer nur umherstreifen und die Welt genießen, sind immer hinter den anderen zurück. Sie verlieren ihr Leben, sie können ihre Aufgabe nicht erfüllen. So ist es auch in der Spiritualität. Meister hat alle Themen vorbereitet, (die wir lernen sollen). Macht ihr auch nur einen Schritt in eurem Leben zugunsten von Meister, hilft es Meister, alle Probleme, die in dieser Hinsicht aufkommen, zu lösen. Aber wenn wir ein wenig hier, dann ein wenig dort tun, und nirgends regelmäßig sind, was wird dann geschehen? Unser Fortschritt wird aufgehalten werden. Wir werden nicht mehr fähig sein, weiter fortzuschreiten. Manchmal entschließen wir uns: "Nein wirklich, wir müssen zum Satsang gehen!" Aber dann sagt unser Partner: "Nein, ich fühle mich nicht wohl, ich möchte nicht gehen, und du solltest auch nicht gehen!" Nun – Christus sagte: "Wer seine Kinder (und Verwandten) mehr liebt als mich, ist nicht mein Schüler." Warum sagte er das? Weil im Satsang jeder etwas bekommen sollte. Wenn aber alles vermischt ist (mit Weltlichem), wer kann dann helfen? Und wie sollte diese Hilfe gewährt werden, (wenn man nicht zum Satsang kommt)?

Ich erkläre euch also heute die Wichtigkeit des Satsangs. Es ist kein Thema. Es ist unser Thema, seit wir in die Welt gekommen sind. Immer brauchen wir die Gemeinschaft eines solchen kompetenten Meisters. Ihr habt diesen Platz hier errichtet, es ist ein heiliger Ort. Wie wollt ihr den Ort nennen, wo Gott selbst wohnt? Er kommt, um euch zu sehen, um euch anzuhören, um euch Liebe zu geben. Er gibt euch Seinen Lebensimpuls, Er tut alles für Seine Kinder. Einen wunderbaren Platz habt ihr errichtet, und wenn ihr dann nicht hier seid? Nur soviel kann man sagen, dass der, (der das tut), einen Fehler macht. Einen solchen Ort werdet ihr nirgendwo finden. Ihr werdet alles erhalten, was ihr braucht, sogar ohne darum zu bitten. Die weltlichen Menschen beten, aber ihr Gebet wird nicht erhört. Hier wird das Gebet erhört, doch man braucht nicht einmal zu beten, es ist schon erhört. Meister betonte immer die Wichtigkeit des Satsangs. Wenn irgendwo Satsang gehalten wurde, war Meister sehr genau damit. Regelmäßig wurde dort Nahrung gegeben. Diese Gnade muss wachsen, und sie wächst mit dem Bewusstsein. Je mehr Bewusstsein ihr entwickelt, umso mehr wird die Gnade wachsen. Wie glücklich seid ihr, wenn euer Kind ganz bewusst ist, das möchtet ihr gerne sehen. Wenn ein kleines Kind heranwächst und zu sprechen beginnt, mögt ihr alles, was es spricht, sehr gerne. Wenn es Meister möglich ist, Seine Gedanken und Wünsche Seinem Kind zu übermitteln, ist Meister sehr glücklich. Aber wenn wir nicht auf Meister ausgerichtet sind, kann Er uns nicht helfen. Er möchte Seinem Kind Seine Kraft durch die Gedanken übertragen, das ist Sein Wunsch. Er möchte jeden von uns nach Seinem Bild formen. Er möchte jeden so entwickeln, wie Er sich entwickelt hat. Er ist ein König, Er hat die Macht, viele zu Königen zu machen. Alle Seine Kinder sind Könige.

Zu Meisters Zeit sagten einige Schüler: "Meister, wir kommen am Sonntag nicht zum Satsang, weil wir mit den Kindern beschäftigt sind und soviel Arbeit haben, aber wir hören uns stattdessen eine Aufnahme von Deinem Satsang auf Kassette an und sind glücklich dabei." Meister sagte: "Es ist richtig, dass die Meisterkraft immer bei euch ist, ob ihr zu Hause oder in der Wüste, im Urwald oder irgendwo sonst seid; die Meisterkraft ist immer bei euch. Aber seid sicher: Am Sonntag ist die Meisterkraft nur am Ort des Satsangs und nirgendwo sonst." Das sind Begebenheiten, die sich in Meisters Leben ereigneten, es sind einzigartige Dinge. Wollt ihr also euren Freund treffen, wollt ihr Seine Gnade erhalten? Dann lasst alles hinter euch und kommt direkt hierher.

Satsang ist ein Ort, wo Entscheidungen getroffen werden. Die, die später Heilige wurden, änderten ihren Blickwinkel während des Satsangs. Die Meisterkraft, oder ihr könnt sagen, Meisters Aufmerksamkeit, wirkte hier auf wunderbare Weise. Meister schaut, wer empfänglich ist, und wer diese Schwingung mitnehmen möchte. Ihr wißt, wie ihr euch nach dem Satsang verhalten solltet. Behaltet, was ihr gehört und gelernt habt, ganz nahe bei euch, damit ihr es später anwenden könnt, zerstört es nicht wieder. Laßt es nicht los! Wenn ihr nach Hause zurückfahren müßt, geht in süßer Erinnerung an Ihn, ganz liebevoll, und setzt Zeit für die Meditation ein. Viel zu sprechen und die Zeit für nichts und wieder nichts zu verschwenden, ist ein Hindernis auf dem Weg.

Satsang ist etwas wie Parschad, Parschad für jene, die empfänglich sind. Sie nehmen ihn auf und machen das Beste daraus. So ist ein Satsang Vollkommenheit in sich selbst. Wir müssen zum Satsang kommen, um Vollkommenheit zu erlangen, eine Vollkommenheit in allen Dingen.